Volkswagen plant radikale Umstrukturierung mit 100.000 Jobstreichungen – doch Widerstand formiert sich
Klaus-Dieter StahrVolkswagen plant radikale Umstrukturierung mit 100.000 Jobstreichungen – doch Widerstand formiert sich
Der Aktienkurs von Volkswagen ist auf ein historisch niedriges Niveau gefallen. Investoren bewerten das Unternehmen derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von nur 3,7 für dieses Jahr und sogar lediglich 3,0 für 2027. Diese Zahlen spiegeln tiefe Sorgen über die künftige Performance des Konzerns wider.
Die Führungsetage von Volkswagen arbeitet unterdessen an Plänen für einen umfassenden Umstrukturierungsprozess. Die Vorschläge könnten bis zu 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland streichen und vier Werke schließen. Ein solcher Schritt wäre eine der größten Personalabbauwellen in der Unternehmensgeschichte.
Die Ankündigung hat die Arbeitnehmervertreter unvorbereitet getroffen. Gewerkschaftsführer sowie das Land Niedersachsen, das mit 20,2 Prozent an Volkswagen beteiligt ist, haben bereits massiven Widerstand signalisiert. Die rot-grüne Koalition in Niedersachsen kontrolliert den Aufsichtsrat und verfügt über ein Vetorecht bei zentralen Entscheidungen.
Ein einflussreiches Bündnis aus Arbeitnehmervertretern und rot-grünen Politikern hat über Jahre hinweg hohe Löhne und eine große Belegschaft gesichert. Diese politische und industrielle Allianz stellt nun ein erhebliches Hindernis für die geplanten Stellenstreichungen dar.
Die Volkswagen-Aktie bleibt unter Druck, da Anleger an den langfristigen Aussichten des Konzerns zweifeln. Ob das Unternehmen die massiven Personalabbaupläne durchsetzen kann, hängt davon ab, ob es den Widerstand von Gewerkschaften und dem Land Niedersachsen überwinden kann. Beide Gruppen verfügen über genug Einfluss, um die vorgeschlagenen Maßnahmen zu blockieren oder zumindest zu verzögern.
