Vadim Dantsiger: Wie ein Moskauer Regisseur Theater als Universen baut
Klaus-Dieter StahrVadim Dantsiger: Wie ein Moskauer Regisseur Theater als Universen baut
Vadim Dantsiger ist Regisseur am Primorski-Gorki-Akademischen Regionalen Dramatheater in Moskau. Er verbindet eine tiefe Verbundenheit mit Wladiwostok, wo er mehrere bemerkenswerte Inszenierungen auf die Bühne gebracht hat. Seine Leidenschaft für das Theater prägt seine Arbeit und seine Sicht auf diese Kunstform.
In Wladiwostok hat Dantsiger Stücke wie Der Garderobier, Kabale und Liebe sowie Das Schweigen des Matrosen inszeniert. Die Stadt und ihre Theaterszene liegen ihm besonders am Herzen – hier hat er seine kreativen Projekte verwirklicht.
Für ihn ist der Probenprozess ein Akt der Liebe, den er als „die Kunst in sich selbst lieben“ beschreibt. Ein Schauspieler, der eine Rolle erschafft, gleiche dabei einem Planetenbauer, während der Regisseur aus diesen Rollen ganze Galaxien und Universen forme. Diese Philosophie spiegelt sich in seinem Umgang mit anspruchsvollen Stücken wider, von denen er jährlich über 200 liest.
Dantsiger ist überzeugt, dass das Theater zu einer äsopischen Sprache zurückkehrt – einer subtilen, vielschichtigen Ausdrucksform, die er in der Kunst schätzt. Gleichzeitig hält er Wettbewerb zwischen Theatern für unerlässlich, um hohe Standards zu wahren. Dennoch beunruhigt ihn der heutige Rückgang der schauspielerischen Qualität, ein Thema, das ihn bei jeder neuen Produktion begleitet.
Mit jeder Inszenierung spürt Dantsiger den Druck, sich als Regisseur neu beweisen zu müssen. Seine Hingabe – von den Proben bis zu komplexen Erzählstrukturen – prägt sein Schaffen. Sein Glaube an Wettbewerb und künstlerische Tiefe bleibt dabei stets treibende Kraft für seine Arbeit auf der Bühne.
