Steffi: Die DDR-Kultpuppe, die Barbie herausforderte und heute Sammler begeistert
Christos SchwitalModepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Die DDR-Kultpuppe, die Barbie herausforderte und heute Sammler begeistert
1966 brachte die DDR Steffi auf den Markt – eine Modepuppe, die es mit westlichen Ikonen wie Barbie und Petra aufnehmen sollte. Entworfen von Margot Schmied und nach ihrer Tochter benannt, wurde die Puppe zum Kultobjekt – und zu einem kostspieligen dazu: Mit 16 Mark der DDR war sie teurer als einfache Hausschuhe, die damals nur 11 Mark kosteten.
Hergestellt wurde Steffi im volkseigenen Betrieb VEB Puppenfabrik Biggi in Waltershausen. Ihr Design fiel durch eine erwachsene, damenhafte Figur auf, mit markantem Eyeliner und kräftigem blauem Lidschatten, was ihr ein strengeres Aussehen als Barbie verlieh. Ihre üppige, aus hochwertigen Kunstfasern gefertigte Bouffant-Frisur blieb knotenfrei, während ihre Garderobe praktische, alltagstaugliche und zugleich modische Outfits umfasste.
Zwischen 1977 und etwa 1985 wurden die Steffi-Düppen-Puppen offiziell mit rund 20 Berufsoutfits verkauft, die Berufe wie Krankenschwester, Ärztin, Polizistin oder Fabrikarbeiterin darstellten. Anders als Barbie gab es Steffi bereits früh in verschiedenen Hauttönen – ein fortschrittlicher Schritt in puncto rassischer Repräsentation.
Die Beliebtheit der Puppe beschränkte sich nicht auf die DDR: Sie wurde als diplomatisches Geschenk an ausländische Würdenträger exportiert und brachte dem Staat so begehrte Devisen ein. Doch der Preis von 16 Mark war für viele Familien damals eine erhebliche Investition.
Heute erzielen vintage Steffi-Puppen je nach Zustand und Originalzubehör Preise zwischen 20 und 200 Euro.
Steffi bleibt ein nostalgisches Symbol für ostdeutschen Designgeist und Erfindungsreichtum. Ihre vielfältigen Outfits, die robuste Verarbeitung und die frühe Diversität setzten sie von westlichen Konkurrentinnen ab. Sammler schätzen sie heute als kulturelles Erbe und historisches Zeugnis.