St.-Johannis-Kirche in Soltau erstrahlt nach Jahrhunderten in neuem Glanz
Luka BoucseinSt.-Johannis-Kirche in Soltau erstrahlt nach Jahrhunderten in neuem Glanz
Die St.-Johannis-Kirche in Soltau – ein Wahrzeichen seit 1908
Seit ihrem Bau in den Jahren 1907–1908 prägt die St.-Johannis-Kirche in Soltau das Stadtbild. Über die Jahrzehnte hinweg wurde sie immer wieder umgebaut und spiegelte so die sich wandelnden Bedürfnisse der Gemeinde sowie architektonische Strömungen wider. Nun verleiht eine umfassende, zweistufige Sanierung dem historischen Gebäude neuen Glanz.
Die erste Phase der Renovierungsarbeiten wurde Mitte 2023 abgeschlossen und machte die Kirche erstmals barrierefrei zugänglich. Der Gemeindesaal und die Gruppenräume wurden modernisiert, zudem entstanden neue Zugänge, die die Nutzung erleichtern. Diese Maßnahmen bildeten die Grundlage für die weiteren Arbeiten.
Das Innere der Kirche hat sich seit dem Umbau durch den Architekten Dieter G. Baumewerd in den Jahren 1972–73 deutlich verändert. War der Raum einst ein flexibler, offener Veranstaltungsort, dient er heute vor allem als besinnlicher Gottesdienstraum. Die historischen Kirchenbänke wurden restauriert, die liturgischen Bereiche aufgewertet und die Akustik modernisiert – stets unter Bewahrung der ursprünglichen modernistischen Raumaufteilung.
Die zweite Phase, die im Frühjahr 2025 beginnen soll, widmet sich der Bausubstanz. Zu den zentralen Aufgaben gehören der Austausch der veralteten Dämmung über dem Tonnengewölbe, die Verbesserung der Fensterisolierung sowie die Erneuerung der Elektroinstallation. Zudem werden zwei historische Wandgemälde restauriert: das 1921 von Rudolf Schäfer geschaffene Kunstwerk, das dringend stabilisiert werden muss, da es zunehmend beschädigt ist, sowie das besser erhaltene Deckengemälde von Carl Wiederhold aus dem Jahr 1907, das gereinigt, von Rissen befreit und farblich aufgefrischt wird.
Nach Abschluss der Arbeiten wird das Innere der Kirche in einem warmen Elfenbeinton erstrahlen, der die restaurierten Gemälde und Fresken in leuchtenden Farben zur Geltung bringen soll. Die Kosten für diese Phase belaufen sich auf über eine Million Euro, wobei bereits 520.000 Euro aus dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags bewilligt wurden.
Die Sanierungsarbeiten wirken sich auch auf die Orgel aus dem Jahr 1968 aus. Ihre Restaurierung kann erst nach Abschluss der Bauarbeiten beginnen, um Schäden durch Staub und Schmutz zu vermeiden.
Ziel der laufenden Sanierung der St.-Johannis-Kirche ist es, ihr reiches Erbe zu bewahren und sie gleichzeitig den Anforderungen der Gegenwart anzupassen. Durch strukturelle Verstärkungen, die Restaurierung der Wandgemälde und energetische Modernisierungen soll das Gebäude auch in Zukunft ein funktionaler und geschätzter Mittelpunkt Soltaus bleiben. Wann die Orgel schließlich instand gesetzt werden kann, hängt vom Fortschritt der Gesamtarbeiten ab.