Siemens baut Sparten ab – radikale Umstrukturierung für mehr Effizienz
Christos SchwitalSiemens baut Sparten ab – radikale Umstrukturierung für mehr Effizienz
Siemens bereitet sich im Rahmen seiner langfristigen Strategie auf eine umfassende interne Umstrukturierung vor. Das Unternehmen plant, zentrale Sparten wie Digital Industries und Smart Infrastructure aufzulösen, um die Abläufe zu straffen. Der Schritt folgt auf die frühere Ankündigung von Vorstandschef Roland Busch, Siemens zu einer integrierten Technologiegruppe umzubauen.
Die Neuordnung ist Teil der Siemens-Strategie "One Tech Company", die darauf abzielt, interne Abgrenzungen abzubauen und Fachwissen zentral zu bündeln. Künftig sollen die Geschäftsbereiche der aufgelösten Sparten direkt der Konzernführung unterstellt werden. Dies knüpft an die vorherige Ausgliederung von Siemens Healthineers an, die als Vorbild für die aktuellen Veränderungen dient.
Mit sofortigen Stellenabbau rechnet das Unternehmen zwar nicht, doch sind Anpassungen in Vertrieb, Einkauf und Entwicklung wahrscheinlich. Die verbleibenden Einheiten sollen enger zusammenarbeiten, um Doppelfunktionen abzubauen und parallele Entwicklungen zu vermeiden.
Vor etwa eineinhalb Jahren hatte Busch erstmals den Wandel hin zu einer integrierten Technologiegruppe skizziert. Aktuell leitet Matthias Rebellius die Sparte Smart Infrastructure, während Cedrik Neike für Digital Industries verantwortlich ist. Zu den vom Handelsblatt berichteten Details hat Siemens offiziell keine Stellung genommen.
Ziel der Umstrukturierung ist es, die Unternehmensabläufe durch den Abbau von Spartengrenzen zu vereinfachen. Die Geschäftsbereiche werden künftig direkt an die Konzernspitze berichten, was Überschneidungen verringern und die Koordination verbessern soll. Weitere konkrete Schritte wurden nicht bestätigt, doch betont das Unternehmen, dass derzeit kein Personalabbau geplant sei.






