20 June 2026, 02:11

Rekordbesuch beim Festival 2025: Triumph und Kontroversen unter Milo Rau

Wiener Festwochen: Frieden kehrt in den Staat der Götter zurück

Rekordbesuch beim Festival 2025: Triumph und Kontroversen unter Milo Rau

Das Festival 2025 zog fast 196.000 Besucher an und verzeichnete damit einen Besucherrekord unter der Leitung von Milo Rau. Dennoch war die Veranstaltung von einer Mischung aus Triumphen und Misserfolgen in ihrem Programm geprägt. Gesellschaftspolitische Debatten prägten zudem die Diskussionen rund um das Festival.

Milo Rau eröffnete das Festival mit Republik der Götter, einer fünfwöchigen Produktion, die er als das „größte Theaterstück aller Zeiten“ und eine „Weltpremiere“ bezeichnete. Für Kontroversen sorgten auch die Debatten um die selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco.

Einige Aufführungen stachen durch ihren Mut hervor. Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben erntete begeisterte Kritiken. Brigitta Muntendorfs Der Tag davor präsentierte ein scharfes Manifest gegen Gewalt. Florentina Holzingers Pfingstspiel zeigte eine Darstellerin, die einen BMW in einer dramatischen Wagenlenker-Pose zähmte.

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Nicht alle Produktionen überzeugten. Susanne Kennedys Parsifal wirkte wie gelähmt von Markus Selgs überwältigenden Digitaleffekten. Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2 wurde als abendschulmäßiger Vortrag kritisiert. Nestervals Interpretation der Nibelungensage galt als überkompliziert und scheiterte letztlich. Auch die Wiedereröffnung des Burgtheater-Kasinos durch Gob Squad floppte, obwohl die Gruppe mit ihrem interaktiven Turn, das mit Doppelgängern spielte, experimentierte.

Patti Smith bereicherte das Festival mit ihren Auftritten und verstärkte dessen kulturelles Gewicht. Thorsten Lensings Tanzende Idioten erhielt vom Publikum begeisterten Zuspruch.

Das Festival erreichte zwar beispiellose Besucherzahlen, doch der künstlerische Erfolg blieb uneinheitlich. Einige Produktionen glänzten, andere kämpften mit Umsetzung oder Klarheit. Die gesellschaftspolitischen Themen und die prominenten Auftritte hinterließen dennoch einen bleibenden Eindruck in der Festivalgeschichte.

Quelle