Prozess um Mord an Ahmaud Arbery beginnt – Geistliche halten Mahnwachen ab
Christos SchwitalProzess um Mord an Ahmaud Arbery beginnt – Geistliche halten Mahnwachen ab
In Brunswick im US-Bundesstaat Georgia hat der Prozess gegen drei weiße Männer begonnen, die des Mordes an Ahmaud Arbery beschuldigt werden. Der schwarze Jogger war im Februar 2020 getötet worden. Gegen die Brüder McMichael und ihren Nachbarn William Bryan wird verhandelt; das Verfahren soll voraussichtlich zwei Wochen dauern. Vor dem Gerichtsgebäude versammeln sich seitdem täglich lokale Geistliche zu friedlichen Gebets- und Mahnwachen.
Die Tötung Ahmaud Arberys am 23. Februar 2020 löste landesweit Empörung aus. Gregory McMichael, ein ehemaliger Ermittler, und sein Sohn Travis wurden später wegen Mordes angeklagt, nachdem ein Handyvideo auftauchte, das zeigt, wie Travis Arbery mit einer Schrotflinte erschießt. Der Fall wurde zu einem Symbol für die Auseinandersetzung mit rassistischer Ungerechtigkeit in den USA.
Die Geistesgemeinschaft in Glynn County reagierte schnell auf den Vorfall. Noch am Tag der Festnahmen im Mai 2020 veröffentlichten sie eine Stellungnahme. Als im Oktober 2021 die Geschworenenauswahl begann, formierte sich eine überkonfessionelle Gruppe namens Glynn Clergy for Equity („Geistliche für Gerechtigkeit“), die sich seither regelmäßig vor dem Gericht versammelt. Mittlerweile beteiligen sich etwa 75 Geistliche an den Kundgebungen, die als Reaktion auf die öffentliche Empörung über Arberys Tod entstanden.
Der Reverend DeWayne Cope von der St. Athanasius Episcopal Church betont, die Präsenz der Geistlichen solle Solidarität zeigen. Auch die Diakonin Willetta McGowen von der St. Mark’s Episcopal Church schließt sich den Versammlungen an, um Arberys Familie zu unterstützen. Seit dem Mord hat es in Glynn County Veränderungen gegeben, darunter die Wahl einer neuen Bezirksstaatsanwältin und die Ernennung des ersten schwarzen Polizeichefs der Grafschaft im Juli 2021.
Während der Prozess weitergeht, halten die Geistlichen ihre täglichen Mahnwachen vor dem Gericht aufrecht. Der Fall hat bereits zu einem Wandel in der lokalen Führung geführ. Mit ihren Aktionen wollen die Kirchenvertreter Arberys Familie stärken und während des Verfahrens ein Zeichen der Einheit setzen.
