04 May 2026, 08:14

Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele 2035 in Gefahr

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele 2035 in Gefahr

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) ausgesprochen, ein neues Gaskraftwerk zu bauen. Der vorgesehene Standort auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, stößt auf massive Kritik – Aktivistinnen und Aktivisten werfen dem Vorhaben vor, das Ziel der Stadt Mainz, bis 2035 klimaneutral zu werden, zu untergraben.

Mittlerweile sind zehn formelle Einsprüche gegen das Projekt beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht worden. Ein zentraler Kritikpunkt ist der Verzicht auf eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung, da die letzte Bewertung bereits fast 20 Jahre zurückliegt – sie datiert aus dem Jahr 2005.

Maren Goschke vom BUND Mainz verurteilte die Investition in Höhe von 44 Millionen Euro als „Festlegung auf veraltete Gaskraftwerkstechnologie für Jahrzehnte“. Michael Lengersdorff, Sprecher von MainzZero, hinterfragte, wie das neue Kraftwerk mit den Klimazielen vereinbar sei, und forderte KMW auf, seine Strategie offenzulegen.

Das Bündnis verwies zudem auf den rasanten Preisverfall bei Batteriespeichern als gangbare Alternative. Die Produktionskosten für Batterieeinheiten seien in den letzten 15 Jahren von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf nur noch 90 Euro gesunken. Solche Systeme böten eine etablierte und kostengünstige Lösung im Vergleich zu Gas.

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Obwohl KMW langfristig einen Umstieg auf Wasserstoff in Aussicht stellt, bleiben die Gruppen skeptisch. Stattdessen drängen sie auf Gespräche mit KMW und der SGD Süd, um treibhausgasneutrale Optionen zu prüfen und die öffentliche Akzeptanz für die Energiewende zu sichern.

Die Einsprüche liegen nun bei der SGD Süd zur Prüfung vor. Sollte das Kraftwerk genehmigt werden, würde es die Gasinfrastruktur für Jahre zementieren – trotz der Klimaverpflichtungen von Mainz. Die Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich weiterhin für erneuerbare Alternativen und mehr Transparenz im Entscheidungsprozess ein.

Quelle