24 March 2026, 14:14

Nurejews Ballett feiert Triumph in Berlin – doch Russland verbietet es

Bild eines Balletttänzers in weißer Tutu und schwarzem Hut, der auf einer Bühne mit Vorhängen, Bäumen und Himmel tanzt, und Text unten.

Nurejews Ballett feiert Triumph in Berlin – doch Russland verbietet es

Ein Ballett über das Leben Rudolf Nurejews durchlebte eine bewegte Geschichte – von der gefeierten Premiere bis zum späteren Verbot in Russland. Die Produktion, die 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater uraufgeführt wurde, verschwand später vom Spielplan, nachdem Gesetze gegen die "Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen" verschärft worden waren.

Rudolf Nurejew wurde 1938 als Sohn baschkirisch-tatarischer Eltern während einer Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn in der Nähe des Baikalsees geboren. 1993 starb er in Paris nach Komplikationen im Zusammenhang mit AIDS. Sein Nachlass wurde 1995 versteigert – im selben Jahr, in dem in Berlin ein anderes Ballett über sein Leben Premiere feierte.

Die Bolschoi-Produktion von 2017, choreografiert von Juri Possochow und inszeniert von Kirill Serebrennikow, brachte Nurejews Geschichte dem russischen Publikum näher. Das Bühnenbild spiegelte sein extravagantes Leben wider: mit männlichen Akten alter Meister, Thonet-Stühlen, Sofas von Maria Callas und sogar einem Nachbau seiner italienischen Insel. Das Ballett zeichnete seinen Werdegang nach – vom Training bei Alexander Puschkin über seine Flucht nach Frankreich bis hin zu seinen zwiespältigen Gefühlen gegenüber Russland.

Serebrennikow verpasste die Moskauer Premiere wegen rechtlicher Probleme und wurde später wegen Untreue verurteilt. Später ließ er sich in Berlin nieder. Possochow, der in der ukrainischen Stadt Luhansk geboren wurde und heute US-Bürger ist, arbeitete trotz der russischen Invasion 2022 weiterhin mit dem Bolschoi zusammen.

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Kritiker lobten den ersten Akt des Balletts für seine emotionale Wucht, während der zweite Akt Schwierigkeiten hatte, dieselbe Intensität zu halten. Dennoch stachen die großen Ensembleszenen und die Solodarbietungen hervor. 2023 führte die Verschärfung der russischen "LGBTQ-Propaganda"-Gesetze schließlich dazu, dass das Ballett aus dem Repertoire des Bolschoi gestrichen wurde. Serebrennikow brachte es im März 2026 in Berlin auf die Bühne – die erste Aufführung außerhalb Russlands.

Nurejew bleibt eine eindrucksvolle Hommage an das Leben eines legendären Tänzers, doch seine Zukunft in Russland ist ungewiss. Nach dem Verbot fand die Produktion in Berlin eine neue Heimat, wo sie Nurejews komplexes Erbe weiter würdigt.

Quelle