Mobbing in Deutschland: Warum 80 Prozent der Betroffenen schweigen
Klaus-Dieter StahrDer Moderator geht gegen Mobbing vor - Mobbing in Deutschland: Warum 80 Prozent der Betroffenen schweigen
Mobbing bleibt in Deutschland ein weitverbreitetes Problem – fast die Hälfte aller jungen Menschen ist betroffen. Viele Opfer schweigen, rund 80 Prozent trauen sich aus Angst oder Scham nicht, darüber zu sprechen. Nun will eine bundesweite Kampagne das ändern, indem sie offene Gespräche und Unterstützung für Betroffene fördert.
Die Initiative #SagNichtNichts der Aktion Mensch, gestartet 2023, setzt sich gegen Mobbing in Schulen, am Arbeitsplatz und im Netz ein. Durch Kooperationen mit Influencern, Bildungseinrichtungen und Medienplattformen hat die Kampagne das Thema in den öffentlichen Fokus gerückt. Mit Social-Media-Aktionen und klassischer Aufklärungsarbeit ruft sie Zuschauer:innen und Bystander dazu auf, gegen Belästigung und Hetze aktiv zu werden.
Die 33-jährige TV-Moderatorin Aminata Belli ist eine der bekanntesten Stimmen der Bewegung. Anfang dieses Jahres zog sie sich vorübergehend aus den sozialen Medien zurück, nachdem sie eine Welle von Hassnachrichten erhalten hatte. Heute unterstützt sie #SagNichtNichts und besucht Schulen in Norddeutschland, um mit Schüler:innen über Mobbing, Leistungsdruck und psychische Gesundheit zu sprechen.
Belli fordert, Mobbing zu enttabuisieren – niemand dürfe damit allein gelassen werden. Sie betont, dass Schulen und Eltern eine stärkere Rolle in der Prävention spielen müssten. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass auch Medien und soziale Plattformen in der Pflicht stehen, um zu verhindern, dass Hassrede zur Normalität wird.
Die Kampagne wächst weiter: Immer mehr Schulen und Influencer:innen schließen sich an. Durch Aufklärung und den Aufbau von Unterstützungsnetzwerken will #SagNichtNichts das Schweigen über Mobbing brechen. Das Ziel ist klar: Weniger junge Menschen sollen im Stillen leiden müssen.






