Mitteldeutschland-Bahn: Finanzlücke stoppt Elektrifizierung bis 2032
Klaus-Dieter StahrMitteldeutschland-Bahn: Finanzlücke stoppt Elektrifizierung bis 2032
Pläne für die Mitteldeutschland-Bahnverbindung erleiden nächsten Rückschlag
Das Vorhaben, das die Reisezeiten zwischen Sachsen, Thüringen und Westdeutschland verkürzen soll, steht vor Finanzierungslücken und weiteren Verzögerungen. Eigentlich sollte der Bau bald beginnen, doch Beamte haben den Start auf frühestens 2028 verschoben.
Die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag fordert nun dringendes Handeln für die Bahnstrecke. Besonders die Strecke Weimar–Gera–Gößnitz müsse zügig elektrifiziert werden, ergänzt um teilweise zweigleisige Ausbauten, so die Forderung. Roberto Kobelt, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, betonte die Bedeutung dieser Maßnahmen für den Regional- und Fernverkehr.
Die vollständige Elektrifizierung der Linie sollte eigentlich schnellere Verbindungen von Chemnitz und Dresden ermöglichen – über Erfurt zu wichtigen Knotenpunkten wie der Rhein-Main-Region und dem Ruhrgebiet. Doch das Bundesverkehrsministerium bestätigte, dass für diesen Abschnitt derzeit keine Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.
Die Kritik an der Projektsteuerung durch die Bundesregierung wächst. Die BSW verweist darauf, dass zwar Milliarden in andere Infrastrukturprojekte fließen, Thüringen und Sachsen aber trotz früherer politischer Zusagen mit Kürzungen rechnen müssen. Selbst der Sonderinfrastrukturfonds des Bundes lässt die Strecke Weimar–Gera–Gößnitz unberücksichtigt. Die ursprünglich früher geplante Voll-Elektrifizierung wird nun frühestens 2032 erwartet.
Die Verzögerungen bedeuten, dass Fahrgäste und Unternehmen jahrelang auf bessere Anbindungen warten müssen. Ohne zusätzliche Bundesmittel bleibt die als eine der wichtigsten Bahnverbindungen Thüringens geltende Mitteldeutschland-Strecke vorerst blockiert. Die BSW drängt weiterhin auf eine zügige Lösung, um weitere Rückschläge zu vermeiden.






