Merz plant radikale Rentenreform: Höheres Eintrittsalter und Kapitaldeckung kommen
Christos SchwitalMerz plant radikale Rentenreform: Höheres Eintrittsalter und Kapitaldeckung kommen
Bundeskanzler Friedrich Merz hat schnelle Schritte bei der Rentenreform angekündigt. Die Vorschläge der Rentenkommission umfassen eine Anhebung des Renteneintrittsalters sowie die Einführung einer neuen kapitalgedeckten Säule. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke fordert eine breitere Debatte über die geplanten Änderungen.
Die Rentenkommission hat mehrere zentrale Reformen des Systems vorgeschlagen. Dazu gehört die schrittweise Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters über 67 Jahre hinaus sowie dessen Kopplung an die Lebenserwartung. Zudem empfiehlt sie, die Möglichkeiten für vorzeitigen Renteneintritt einzuschränken und die Regelung abzuschaffen, die es Beschäftigten mit 45 Beitragsjahren erlaubt, ohne Abzüge früher in Rente zu gehen.
Die Kommission schlug darüber hinaus vor, eine neue kapitalgedeckte Säule in die gesetzliche Rente zu integrieren. Künftig sollen auch Selbstständige und Politiker in die Rentenkasse einzahlen. Beamte bleiben zwar beitragsfrei, müssen aber mit einem höheren Renteneintrittsalter rechnen, das an das gesetzliche System angeglichen wird.
Woidke betonte, dass alle Berufsgruppen in die Diskussion einbezogen werden müssten. Zudem müsse geprüft werden, wie sich die Reformen auf Rentner in Ostdeutschland auswirken würden. Die AfD und die BSW kritisierten die Pläne zur Anhebung des Renteneintrittsalters und zur Einschränkung des vorzeitigen Ruhestands.
Kanzler Merz hat zugesagt, alle Empfehlungen der Kommission zügig umzusetzen. Die vorgeschlagenen Reformen würden die Rentenbeiträge und die Regelungen zum Renteneintritt für verschiedene Gruppen grundlegend verändern. Die Debatten über die Auswirkungen – insbesondere in Ostdeutschland – werden voraussichtlich anhalten.
