Linksextremist vor Gericht: Brandanschläge auf AfD-Politiker und Einsatzkräfte
Christos SchwitalLinksextremist vor Gericht: Brandanschläge auf AfD-Politiker und Einsatzkräfte
Ein 23-jähriger Linksextremist, Tobias K., muss sich wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Hechingen verantworten. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht eine Serie von Brandanschlägen in Leibertingen (Baden-Württemberg) im vergangenen Oktober, bei denen er mutmaßlich das Haus eines ehemaligen AfD-Politikers sowie Einsatzkräfte angegriffen haben soll.
Die Staatsanwaltschaft vermutet ein politisches Motiv hinter der Gewalt. Die Behörden haben bisher nicht bestätigt, ob es seit 2020 vergleichbare Vorfälle durch linksextremistische Täter in der Region gegeben hat.
Tobias K. gestand, in der Nacht des Angriffs mehrere Molotowcocktails gezündet zu haben. Zunächst steckte er ein Auto in Brand, das der Partnerin von Michael K. gehörte – einem Unternehmer und ehemaligen lokalen AfD-Politiker. Vor Gericht gab der Angeklagte an, nach dem Anblick von AfD-Parolen auf einem Fahrzeug gehandelt zu haben, die er als Provokation empfand.
Die Anklage wirft Tobias K. vor, anschließend einen weiteren Brandsatz gegen ein benachbartes Wohngebäude geworfen zu haben, in dem sich sechs schlafende Personen befanden. Zudem soll er einen Molotowcocktail auf Polizisten und Feuerwehrleute geschleudert haben, die am Tatort eintrafen.
Ermittler der Staatsanwaltschaft Stuttgart gehen von einem linksextremistischen Hintergrund der Tat aus. Allerdings soll Tobias K. allein und nicht im Auftrag einer größeren Gruppe gehandelt haben. Bei Vernehmungen räumte er zwar ein, Mitglied der Linkspartei zu sein, bestritt jedoch eine aktive Beteiligung an deren Aktivitäten.
Der Prozess ist auf vier Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird Mitte April erwartet, nachdem Zeugenaussagen und weitere Beweismittel vorliegen.
Der Fall wirft Fragen zu einem mutmaßlich politisch motivierten Anschlag mit Brandstiftung und Gewalt gegen Rettungskräfte auf. Die Entscheidung des Gerichts wird über die Schuld von Tobias K. in den Vorwürfen des versuchten Mordes entscheiden. Ob es in Baden-Württemberg in den letzten Jahren ähnliche Vorfälle durch linksextremistische Täter gab, haben die Behörden nicht mitgeteilt.






