Leipzig startet Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk für klimaneutrale Wärmeversorgung
Christos SchwitalLeipzig startet Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk für klimaneutrale Wärmeversorgung
Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk geht in Leipzig ans Netz
In Leipzig ist Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk in Betrieb gegangen. Die Anlage verbindet 13.200 Solarkollektoren mit dem städtischen Netz und markiert einen wichtigen Schritt bei den lokalen Bemühungen, die Wärmeversorgung klimaneutral zu gestalten. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter weihte das Projekt nach eineinhalb Jahren Bauzeit offiziell ein.
Das Solarthermie-Feld West erstreckt sich über 14 Hektar und erreicht eine Spitzenleistung von 41 Megawatt – genug, um im Sommer etwa ein Fünftel des Leipziger Wärmebedarfs zu decken. Die Anlage nutzt Vakuumröhrenkollektoren des Herstellers Ritter sowie moderne Steuerungssysteme, um die Wärmeaufnahme zu optimieren.
Rund 40 Millionen Euro investierte der lokale Versorger in das Vorhaben, wobei etwa 16 Millionen Euro aus Bundesfördermitteln und weiteren Zuschüssen stammen. Leipzig setzt zudem auf zusätzliche Maßnahmen wie ein „Power-to-Heat“-System und die Nutzung von Abwärme aus Industrieprozessen, um die CO₂-Emissionen für die 630.000 Einwohner weiter zu senken.
Anders als Photovoltaik erzeugt Solarthermie keine Elektrizität, sondern Wärme. Laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) ist sie für industrielle Prozesswärme oft kostengünstiger als fossile Alternativen. Obwohl Solarthermie Sonnenlicht dreimal effizienter in nutzbare Energie umwandelt als Photovoltaik, fristet sie in Deutschland noch ein Nischendasein. Die neu installierte Leistung sank von knapp 500 Megawatt im Jahr 2022 auf 154 Megawatt im Jahr 2023.
Das Leipziger Kraftwerk versorgt nun Haushalte mit Warmwasser und Heizwärme. Es steht für eine bedeutende Investition in erneuerbare Wärmetechnologien in der Region und zeigt, welches Potenzial Solarthermie für die Dekarbonisierung Deutschlands besitzt.






