26 March 2026, 08:15

Krankenkassen erhöhen Beiträge – während ihre Chefs satte Boni kassieren

Alte Werbung für die Germania-Feuer-Versicherungsgesellschaft mit einer Frau in der Mitte und Text, der die Dienstleistungen beschreibt.

Krankenkassen erhöhen Beiträge – während ihre Chefs satte Boni kassieren

Mehrere deutsche Krankenkassen haben die Beiträge für ihre Mitglieder erhöht, während sie gleichzeitig die Gehälter und Boni ihrer Führungskräfte aufgestockt haben. Die Maßnahmen erfolgen zu einem Zeitpunkt, in dem die gesetzlichen Krankenversicherungen unter finanziellen Druck geraten und an anderer Stelle im System Einsparungen fordern.

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Aktuelle Berichte zeigen deutliche Gehaltserhöhungen und Sonderzahlungen für die Spitzenkräfte großer Krankenkassen – und das, obwohl die Beitragssätze für die Versicherten steigen. So erhielt die AOK Hessen ihre drei Vorstandsmitglieder im vergangenen Jahr insgesamt 159.767 Euro an Boni. Dies folgte auf eine Beitragserhöhung von 1,6 auf 2,49 Prozent für die Mitglieder. Ähnlich erhöhte die Siemens-BKK ihren Zusatzbeitrag von 1,7 auf 2,9 Prozent und zahlte ihrem Vorstandsvorsitzenden gleichzeitig einen Bonus von 47.880 Euro.

Bei der BIG direkt gesund stieg das Gehalt von CEO Peter Kaetsch um 28.750 Euro, während sein Stellvertreter Markus Bäumler 24.050 Euro mehr erhielt. Dirk Harrer, der neue Chef der BKK Firmus, verdient nun 31.424 Euro mehr als sein Vorgänger im Vorjahr.

Auch andere Kassen zogen nach. Gordana Maršić, Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, sah ihr Gehalt von 185.000 auf 206.000 Euro steigen – inklusive eines Bonus von 6.938 Euro. Michael Lempe von der Handelskrankenkasse (HKK) erhielt eine Gehaltserhöhung von 21.419 Euro, sodass sein Gesamtverdienst nun bei 287.104 Euro liegt. Christine Enenkel, Chefin der Bahn-BKK, bekam eine Gehaltsanpassung von 178.750 auf 195.000 Euro sowie einen Bonus von 44.688 Euro.

Die AOK Niedersachsen zahlte ihren drei Top-Managern Boni zwischen 38.381 und 62.576 Euro. Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, bezog ein Gehalt von 319.400 Euro und erhielt zusätzlich 121.241 Euro für ihre Altersvorsorge.

Die Gehalts- und Bonussteigerungen für die Führungsetagen fallen in eine Phase, in der die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland finanzielle Engpässe melden. Viele fordern von Leistungserbringern wie Krankenhäusern und Ärzten Einsparungen, während sie gleichzeitig die Beiträge für die Versicherten erhöhen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag soll von 2,5 Prozent im Jahr 2025 auf 2,9 Prozent im Jahr 2026 steigen.

Die Gehaltserhöhungen für die Vorstände stehen damit im Kontrast zu den steigenden Belastungen für die Versicherten. Angesichts der Forderungen nach Kostensenkungen bei Ärzten und Kliniken rücken die Ausgaben der Kassen für ihre eigenen Spitzenkräfte in den Fokus. Vergleichsdaten zu den Aufwendungen für Pensionszusagen lagen nicht vor.

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