Koblenz kämpft mit Millionenloch durch veraltete Kreis-Zuschüsse für Berufsschulen
Christos SchwitalKoblenz kämpft mit Millionenloch durch veraltete Kreis-Zuschüsse für Berufsschulen
Koblenz steht vor einem Finanzloch von über 5 Millionen Euro seit 2014 – verursacht durch veraltete Zuschüsse benachbarter Landkreise
Eine aktuelle Untersuchung soll nun klären, ob die Verluste der Stadt selbst verschuldet sind und ob Versicherungsansprüche einen Teil der Mittel zurückholen können. Unterdessen fordert der Rechnungsprüfungsausschuss Aufklärung, warum notwendige Anpassungen trotz steigender Kosten so lange aufgeschoben wurden.
Koblenz beherbergt derzeit 1.932 Berufsschülerinnen und Berufsschüler aus neun umliegenden Kreisen: Ahrweiler, Altenkirchen, Bad Kreuznach, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz, Neuwied, Rhein-Hunsrück, Rhein-Lahn und Westerwald. Jeder Kreis zahlt jedoch nur 190 Euro pro Schüler und Jahr – deutlich weniger als die tatsächlichen Kosten von 406,80 Euro pro Teilzeit-Berufsschüler. Diese Unterfinanzierung führt zu einem jährlichen Defizit von über 400.000 Euro für die Stadt.
Als Reaktion darauf werden die Zuschüsse nun rückwirkend ab Januar dieses Jahres auf 300 Euro pro Schüler erhöht. Eine weitere Anhebung auf 400 Euro ist für 2028 geplant. Der Rechnungsprüfungsausschuss kritisiert die Verzögerung bei der Anpassung der Zahlungen und fragt, warum nicht früher gehandelt wurde, obwohl die Kosten stiegen.
Um künftige Finanzlücken zu vermeiden, wird Koblenz regelmäßige Überprüfungen der Berufsschulausgaben einführen. Diese Kontrollen sollen sicherstellen, dass die Kreisumlagen zeitnah an veränderte Kosten angepasst werden. Zudem prüft die Stadt, ob eine Berufshaftpflichtversicherung einen Teil der angehäuften Verluste abdecken könnte.
Die Änderungen bei der Finanzierung werden die finanzielle Belastung Koblenz’ verringern, indem die Kreiszahlungen stärker an die tatsächlichen Kosten angeglichen werden. Die rückwirkenden Erhöhungen und künftigen Anpassungen zielen darauf ab, weitere Einnahmeausfälle zu verhindern. Die Prüfung möglicher Versicherungsansprüche könnte zusätzlich Entlastung für den städtischen Haushalt bringen.






