John Eliot Gardiner erneut wegen unangemessenen Verhaltens in der Kritik
Luka BoucseinJohn Eliot Gardiner erneut wegen unangemessenen Verhaltens in der Kritik
Dirigent John Eliot Gardiner steht wegen angeblichen Fehlverhaltens bei einem Bach-Festival erneut in der Kritik. Eine jüngste Vorfall hat die Debatte über sein früheres Verhalten und die Frage, ob er daraus Konsequenzen gezogen hat, wieder entfacht. Die klassische Musikbranche hatte ihn trotz ähnlicher Vorwürfe in der Vergangenheit bereits verziehen und weiterbeschäftigt.
Während des Schlussapplauses beim Festival steckte Gardiner einer Mitarbeiterin eine Papierrolle in das Hemd. Die Frau wehrte sich zunächst gegen seine Handlung. Ein Video des Vorfalls existiert, wurde jedoch aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Betroffenen nicht veröffentlicht.
Gardiner äußerte später, er sei über die Reaktion überrascht gewesen, und behauptete, die Rolle habe eigentlich hinter ihrem Halsband landen sollen. Eine Einsicht in mögliches Fehlverhalten bei dem jüngsten Vorfall zeigt er bislang nicht.
Es ist nicht das erste Mal, dass Gardiner mit solchen Vorwürfen konfrontiert wird. In einem früheren Fall soll er einen Kontrabassisten geohrfeigt haben. Sein Monteverdi Choir verweigerte daraufhin die weitere Zusammenarbeit, woraufhin er das Constellation Ensemble gründete.
Der aktuelle Vorfall wirft erneut Fragen zu Gardiners Verhalten und seiner Bereitschaft auf, Verantwortung zu übernehmen. Seine Reaktion deutet darauf hin, dass er die Bedenken möglicherweise nicht vollständig nachvollzieht. Die Bereitschaft der klassischen Musikszene, derartiges Verhalten zu tolerieren, bleibt umstritten.
