Jens Spahn bleibt Fraktionschef – doch die CDU zeigt erste Risse
Jens Spahn hat eine weitere Amtszeit als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gesichert. Mit 86,5 Prozent der Stimmen setzte er sich durch, doch die Unterstützung ist im Vergleich zu seiner letzten Wahl gesunken. Das Ergebnis fällt in eine Zeit wachsender Unzufriedenheit innerhalb der Partei angesichts jüngster Rückschläge.
Spahn hatte das Amt 2022 mit einer Zustimmung von 91,3 Prozent übernommen. Diesmal stimmten nur 167 von 196 Abgeordneten für ihn, 26 votierten dagegen, drei enthielten sich. Der Rückgang der Unterstützung deutet auf Unbehagen unter den Mitgliedern hin – selbst ohne Gegenkandidaten.
Seine Führung stand wegen schwerwiegender Fehler in der Kritik. Dazu zählen das gescheiterte Kanzlerkandidatur-Projekt 2021 und die Rücknahme von Richterernennungen. Als Gesundheitsminister verantwortete er zudem Maskenkäufe im Wert von fast sechs Milliarden Euro, die von manchen als leichtsinnig bewertet wurden. Trotz dieser Kontroversen reichten Sozialkürzungen und Beschaffungspannen nicht aus, um seine Wiederwahl zu verhindern.
Die Partei insgesamt steckt in Umfrage-Tiefs und liegt mittlerweile hinter der rechtspopulistischen AfD. Viele Mitglieder machen fehlende Reformen für den Niedergang verantwortlich. Zwar bleibt Spahn an der Spitze, doch die Abstimmung offenbart die Spaltungen innerhalb der Union.
Sein Sieg sichert ihm zwar die Führung, doch das schwächere Ergebnis zeigt internen Widerstand. Da die Partei hinter der Konkurrenz zurückfällt, wird der Druck auf Veränderungen wahrscheinlich zunehmen. Die nächsten Schritte werden zeigen, ob es ihm gelingt, die Bedenken der fast jeden fünften Abgeordneten, die gegen ihn stimmten, auszuräumen.






