Italo fordert faire Bahnreformen für seinen Deutschland-Start bis Mai
Christos SchwitalItalo fordert faire Bahnreformen für seinen Deutschland-Start bis Mai
Italo drängt auf grundlegende Reformen der deutschen Schienenkapazitätsregeln
Der private italienische Hochgeschwindigkeitszugbetreiber Italo fordert weitreichende Änderungen an den deutschen Regeln für die Verteilung von Schienenkapazitäten. Das Unternehmen verlangt fairen Zugang zu Gleisen, Bahnhöfen und gewerblichen Flächen, während es sich auf seine Expansion auf dem deutschen Markt vorbereitet.
Aktuell läuft beim Bundesnetzagentur eine öffentliche Anhörung, an der neben Italo auch die Deutsche Bahn und Flixtrain beteiligt sind.
Klare Forderungen für den Markteintritt Italo hat konkrete Anforderungen für seine Pläne in Deutschland formuliert. Das Unternehmen fordert langfristige Rahmenvereinbarungen zur Zuteilung von Schienenkapazitäten. Zudem verlangt es eine garantierte Mindestquote an Trassen für neue Marktteilnehmer – statt nur die Restkapazitäten zu erhalten.
Unternehmenschef Luca Cordero di Montezemolo betonte, dass bis Ende Mai Klarheit herrschen müsse. Andernfalls drohe Italo, wichtige Fristen zu verpassen, darunter den endgültigen Vertrag für neue Siemens-Züge, der bis Juni unterzeichnet werden muss. Das Unternehmen bestehe nicht auf Sonderbehandlung, sondern lediglich auf einem Mindestmaß an Investitionssicherheit.
Mehr als nur Gleiszugang Italo argumentiert, dass neue Anbieter nicht nur fairen Zugang zu Strecken, sondern auch zu Serviceeinrichtungen und gewerblichen Flächen in Bahnhöfen erhalten sollten. Ziel sei ein stabiler, planbarer Fahrplan – und nicht nur eine spontane Verfügbarkeit. Diese Reformen seien laut Unternehmen unverzichtbar für die geplante große Expansion in Deutschland.
Die Anhörung der Bundesnetzagentur bringt die wichtigsten Akteure zusammen, darunter die Deutsche Bahn und Flixtrain, um diese Fragen zu klären. Italos Vorstoß spiegelt die größeren Spannungen wider, wie Deutschland Schienenkapazitäten an neue Wettbewerber vergibt.
Entscheidung mit Weichenstellung für Italos Zukunft Das Ergebnis der Anhörung könnte Italos Pläne in Deutschland maßgeblich beeinflussen. Erhält das Unternehmen seine Forderungen erfüllt, wird es neue Züge bestellen und den Betrieb aufnehmen. Ohne Änderungen könnten sich die Expansionspläne jedoch verzögern oder müssen angepasst werden.
Die deutsche Regierung steht nun unter Druck, die Regeln für die Trassenvergabe zu reformieren – und dabei die Interessen etablierter Betreiber und neuer Hochgeschwindigkeitsanbieter in Einklang zu bringen.






