05 June 2026, 19:37

"In die Sonne" triumphiert mit zehn Preisen bei den Deutschen Filmpreisen

Deutscher Filmpreis: Und dann spricht Wim Wenders

"In die Sonne" triumphiert mit zehn Preisen bei den Deutschen Filmpreisen

Die Deutschen Filmpreise ehrten ihre Preisträger am Freitag – „In die Sonne“ räumte mit zehn Auszeichnungen ab, darunter „Bester Spielfilm“. Auch der Veteran-Regisseur Wim Wenders wurde mit 80 Jahren mit einem Ehrenpreis bedacht. Politische Appelle und Forderungen nach Branchenreflexion prägten die Reden des Abends.

Der große Gewinner des Abends war „In die Sonne“, der die Goldene Lola für den Besten Spielfilm sowie neun weitere Preise erhielt. Lena Urzendowsky wurde als Beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in dem Film ausgezeichnet und nutzte ihre Dankesrede, um zu mehr Empathie und Solidarität in der Branche aufzurufen.

Senta Berger gewann den Preis als Beste Hauptdarstellerin für „Ach, diese Lücke, diese schreckliche Lücke“. Eine besondere Note erhielt der Moment, als ihr Sohn, Regisseur Simon Verhoeven, die Auszeichnung überreichte.

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Wim Wenders, der für sein Lebenswerk geehrt wurde, sprach in seiner Rede ein heikles Thema aus seiner Vergangenheit an. In seinem Film „Falsche Bewegung“ von 1975 hatte er eine Szene mit der damals erst 13-jährigen Nastassja Kinski gedreht, in der sie oberschlank zu sehen war. Wenders räumte ein, dass er die Szene heute nicht mehr so drehen würde, und forderte eine Debatte darüber, wie mit älteren Filmen umgegangen werden sollte, die Schauspieler:innen heute belasten könnten. Kinski soll seit Jahren versuchen, die Szene entfernen zu lassen.

Auch politische Spannungen kamen bei der Verleihung zur Sprache. Akademie-Präsident Florian Gallenberger und Moderator Christian Friedel äußerten sich besorgt über den Aufstieg der rechtspopulistischen AfD. Produzent Ingo Fliess, dessen Film „Gelbe Briefe“ ausgezeichnet wurde, betonte seine Wertschätzung für die Freiheiten in Deutschland – darunter die Möglichkeit, Kritik ohne Angst äußern zu können.

Die Preisverleihung stand damit sowohl für künstlerische Höchstleistungen als auch für aktuelle Debatten in der Filmbranche. Während „In die Sonne“ die meisten Auszeichnungen einheimste, verleihen Wenders‘ selbstkritische Worte und die politischen Stellungnahmen dem Abend zusätzliche Bedeutung. Die Diskussionen über historische Filminhalte und gesellschaftspolitische Themen werden die Branche auch über die Gala hinaus beschäftigen.

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