IMK verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Gewalt in Fußballstadien trotz Pyro-Problemen
Christos SchwitalIMK verzichtet auf neue Maßnahmen gegen Gewalt in Fußballstadien trotz Pyro-Problemen
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Diese Entscheidung fällt trotz der Vorfälle beim DFB-Pokalfinale im Mai. Das Problem der Pyrotechnik bleibt eine der größten Herausforderungen – zwar laufen weiterhin Diskussionen, konkrete Schritte sind jedoch nicht geplant.
Ein vertraulicher Bericht der IMK-Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ stuft Pyrotechnik als eine der größten Sicherheitsgefahren in Stadien ein. Die Gruppe steht zwar in einem „konstruktiven Austausch“ über die Ahndung von Verstößen, hat bisher aber keinen konkreten Plan vorgelegt. Bisherige Geldstrafen zeigten oft keine Wirkung, und Pilotprojekte mit Detektoren brachten unbefriedigende Ergebnisse.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) kritisierte den Schiedsrichter, weil dieser das DFB-Pokalfinale trotz Bengalos nicht abgebrochen habe. Reul, der sich seit neun Jahren mit fußballbezogener Gewalt befasst, sieht kaum Fortschritte. Er fordert die Vereine auf, die Kontrollen zu verschärfen – etwa durch Durchsuchungen von Ultra-Fanräumen und Fahrzeugen sowie den Einsatz von Videoüberwachung, um das Werfen von Gegenständen über Zäune zu verhindern.
Die Vereine hingegen halten solche umfassenden Kontrollen für nicht umsetzbar. Die IMK hat die Pyrotechnik-Frage auf ihre Herbstkonferenz vertagt, um sie weiter zu beraten.
Fürs Erste wird die IMK keine neuen Maßnahmen gegen Stadiongewalt beschließen. Die Vereine stehen unter Druck, die Sicherheit zu verbessern, doch praktische Hürden bleiben. Die Debatte über Pyrotechnik und Fanverhalten wird auf der nächsten Konferenz im Herbst fortgesetzt.






