12 March 2026, 18:14

Illegale Sprit-Schmiede in Bovenden: Zoll deckt Steuerbetrug mit Heizöl auf

Eine Tankstelle mit einem davor geparkten Auto, umgeben von Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel, mit einer Reklamewand auf der rechten Seite, auf der das Wort 'Benzin' steht.

Illegale Sprit-Schmiede in Bovenden: Zoll deckt Steuerbetrug mit Heizöl auf

Zollfahnder haben in Bovenden bei Göttingen eine illegale Sprit-Schmiede aufgedeckt. Nach dem Verdacht, Heizöl als Kraftstoff für Fahrzeuge missbraucht zu haben, durchsuchten die Behörden ein Wohngebäude. Der Verdacht auf Steuerhinterziehung beläuft sich auf über 1.600 Euro.

Die Razzia führte die Verkehrswegekontrolleinheit (KEV) Göttingen durch, eine Abteilung des Straf- und Bußgeldverfahrensamts des Hauptzollamts Braunschweig. Im Haus entdeckten die Beamten im Keller eine improvisierte Tankstelle, die dafür ausgerüstet war, Heizöl an Fahrzeuge abzugeben. Vier Lagertanks mit einem Gesamtfassungsvermögen von 3.200 Litern waren zur Hälfte mit der Substanz gefüllt.

Untersuchungen von Kraftstoffproben aus Fahrzeugen, die auf den Haushalt zugelassen waren, bestätigten den Gehalt an markiertem Gasöl – ein Stoff, der gesetzlich ausschließlich als Heizmaterial zugelassen ist. Nach dem EnergieSteuergesetz gilt die Verwendung als Kraftstoff als Steuerhinterziehung. Nun ermitteln die Fahnder, wie viel Heizöl bezogen wurde und ob es möglicherweise an Dritte weiterverkauft wurde.

Der Fall reiht sich in einen besorgniserregenden Trend ein: In Niedersachsen hat sich die Zahl der Kraftstoffbetrugsfälle in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt – von 47 Fällen im Jahr 2021 auf 112 im Jahr 2025. Strengere Kontrollen und eine Zunahme illegaler Destillation treiben die Entwicklung voran. Dem aktuellen Verdächtigen drohen bei einer Verurteilung Geldstrafen oder bis zu fünf Jahre Haft.

Wegen Steuerhinterziehung laufen nun Ermittlungsverfahren, während die Behörden das volle Ausmaß des finanziellen Schadens berechnen. Zudem wird geprüft, ob der illegale Kraftstoff über den eigenen Bedarf hinaus verteilt wurde. Die Zollbehörden gehen weiterhin konsequent gegen solche Machenschaften vor, da die Fälle von Heizölmissbrauch weiter ansteigen.

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