IG-BCE-Chef fordert höhere Steuern für Reiche und Entlastung der Mittelschicht
Luka BoucseinIG-BCE-Chef fordert höhere Steuern für Reiche und Entlastung der Mittelschicht
Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE, hat weitreichende Steuerreformen gefordert, um die Belastung für mittlere Einkommensgruppen zu verringern. In einem Interview mit der Rheinischen Post schlug er vor, die Steuern für Vermögende zu erhöhen, um damit Infrastruktur- und Verteidigungsprojekte zu finanzieren. Sein Plan umfasst Änderungen bei der Einkommen-, Erbschaft- und Vermögensteuer für Spitzenverdiener.
Vassiliadis möchte den Spitzensteuersatz anpassen, indem er die Grenze auf etwa 100.000 Euro anhebt. Für alle, die darüber verdienen, schlägt er eine Erhöhung des Satzes um zwei oder drei Prozentpunkte vor. Zudem befürwortet er ein linear-progressives Steuersystem, das den sogenannten „Mittelschichtsbuckel“ abschafft, der derzeit viele Steuerzahler in höhere Stufen drängt.
Um die Superreichen gezielt stärker zu belasten, schlug er eine neue Vermögensteuer auf Einkommen über 200.000 Euro vor. Eine zusätzliche Abgabe für die Vermögendsten würde helfen, öffentliche Investitionen zu finanzieren, argumentierte er. Diese Gruppen profitierten am meisten von einer starken Wirtschaft und sollten daher mehr beitragen, so Vassiliadis.
Bei der Erbschaftsteuer räumte er zwar Bedenken der Wirtschaft wegen möglicher Kapitalflucht ein, drängte aber dennoch auf höhere Abgaben. Strengere Regelungen würden Steuervermeidung erschweren und sicherstellen, dass wohlhabendere Erben ihren fairen Anteil zahlen.
Die Vorschläge zielen darauf ab, die Steuerlast von Haushalten mit mittlerem Einkommen zu verlagern. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würden sie Mittel für Infrastruktur und Verteidigung bereitstellen und gleichzeitig die Belastung für Durchschnittsverdiener verringern. Vassiliadis’ Konzept geht nun in die breitere Debatte unter Politikern und Wirtschaftsführern.






