29 June 2026, 14:13

Grüne reformieren Umgang mit sexueller Belästigung nach Kritik an Gelbhaar-Fall

Grüne Party setzt neue Regeln gegen sexuelle Belästigung

Grüne reformieren Umgang mit sexueller Belästigung nach Kritik an Gelbhaar-Fall

Die Grünen haben ein neues Statut zu sexueller Belästigung verabschiedet. Die Initiative folgt auf ein Jahr der Kritik, nachdem die Handhabung von Vorwürfen gegen ein Parteimitglied auf scharfe Ablehnung gestoßen war. Die Änderungen sollen interne Abläufe präzisieren und den Schutz Betroffener stärken.

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Vor einem Jahr hatte eine interne Kommission die Reaktion der Partei auf Belästigungsvorwürfe gegen den Abgeordneten Gelbhaar scharf kritisiert. Der Bericht deckte Mängel im Ombudsverfahren auf, darunter unklare Definitionen und lückenhafte Verfahrensgarantien. In der Folge verlor Gelbhaar die Möglichkeit, als Direktkandidat im Berliner Bezirk Pankow für die Bundestagswahl 2021 anzutreten – ohne sich angemessen verteidigen zu können.

Die neuen Regeln trennen nun die Aufgaben verschiedener Parteigremien deutlicher. Beschwerdeausschüsse konzentrieren sich künftig auf Vermittlung statt auf Sanktionen. Disziplinarmaßnahmen werden von Schiedsgerichten behandelt. Zudem wurden Vorkehrungen getroffen, um Interessenkonflikte zu vermeiden und die Vertraulichkeit zu wahren.

In Fällen mit möglichem Straftatbestand werden Betroffene an externe Beratungsstellen verwiesen. Ihnen wird zudem ihr Recht auf rechtliche Schritte aufgezeigt. Das Statut behebt frühere Schwächen im Umgang der Partei mit Belästigungsfällen. Es führt klarere Verfahren ein und bietet Betroffenen besseren Schutz. Die Änderungen sind Ergebnis einer Phase interner Überprüfung und Reformen.

Quelle