14 March 2026, 08:15

Gewalteskalation bei rechtsextremem Treffen in Ostdeutschland – Polizei ermittelt

Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift "Weitpreubliche Zeitung", die ein Foto einer Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung zeigt, die scheinbar feiern.

Gewalteskalation bei rechtsextremem Treffen in Ostdeutschland – Polizei ermittelt

Rechtsextremes Treffen in Ostdeutschland eskaliert gewaltsam

Ende Januar artete eine rechtsextreme Versammlung in Ostdeutschland in Gewalt aus, nachdem rund 30 Extremisten Journalisten belästigt und angegriffen hatten. Die Polizei ermittelt seitdem wegen Körperverletzung, Diebstahls und Beleidigung im Zusammenhang mit dem Vorfall. Die Auseinandersetzung rückt besonders wegen eines bevorstehenden Prozesses in der Schweiz gegen zwei zentrale Akteure der Ausschreitungen in den Fokus.

Die Konfrontation ereignete sich in Schnellroda, wo unter den Teilnehmenden Mitglieder der Schweizer Gruppe Junge Tat, der österreichische Aktivist Martin Sellner sowie Vertreter der Jugendorganisation der rechtspopulistischen AfD teilnahmen. Einige der Extremisten trugen Masken, als sie Reporter und Fotografen des Mediennetzwerks Recherche-Nord attackierten.

Manuel Corchia, ein führendes Mitglied von Junge Tat, beschädigte das Objektiv einer Journalistin, während ein weiterer hochrangiger Aktivist, Tobias Lingg, Fotografen mit Wasser bespritzte. Schwerverletzte gab es zwar nicht, doch die Aggression veranlasste die Polizei, mehrere Ermittlungsverfahren einzuleiten.

Der Vorfall erhöht den Druck auf Corchia und Lingg, gegen die in der Schweiz bereits Anklage erhoben wurde. Ihnen wird vorgeworfen, 2023 nach Budapest gereist zu sein und dort führende Persönlichkeiten der deutschen und ungarischen Neonazi-Szene angegriffen zu haben. Der Prozess ist Teil einer länderübergreifenden Ermittlung und folgt internationalen Haftbefehlen der ungarischen Behörden.

Die deutsche Polizei wertet nun Beweise für Körperverletzung, Beleidigungen und Diebstahl aus dem Treffen in Schnellroda aus. Der Fall verschärft die öffentliche Aufmerksamkeit für rechtsextreme Netzwerke – besonders vor dem Hintergrund des Schweizer Verfahrens. Sowohl Corchia als auch Lingg bleiben zentrale Figuren in den laufenden juristischen Auseinandersetzungen.

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