Gesundheitsreform gefährdet ländliche Krankenhäuser und Luftrettung in Deutschland
Herlinde JungferGesundheitsreform gefährdet ländliche Krankenhäuser und Luftrettung in Deutschland
Die geplante Gesundheitsreform der Bundesregierung hat scharfe Kritik von kommunalen Spitzenvertretern und Rettungsdiensten ausgelöst. Achim Brötel, Präsident des Deutschen Landkreistags (DLT), warnt, die Änderungen könnten ländliche Krankenhäuser ruinieren und die Luftrettung überlasten. Die Reform, die bereits vom Bundeskabinett abgesegnet wurde, soll nun bis Anfang Juli im Bundestag zur Abstimmung stehen.
Brötel verurteilte das GKV-Sparpaket, das über fünf Milliarden Euro an Kosten auf Krankenhäuser und Leistungserbringer abwälzt. Seiner Ansicht nach könnten kleinere Einrichtungen auf dem Land, die ohnehin unter finanzieller Belastung stehen, gezwungen sein, ihre Kapazitäten zu reduzieren oder sogar zu schließen. Dies würde Patienten in abgelegenen Regionen mit weniger Behandlungsmöglichkeiten zurücklassen.
Gleichzeitig betont Brötel die wachsende Bedeutung der Luftrettung in Notfällen. Angesichts schrumpfender Krankenhausstandorte würden Rettungshubschrauber für Schwerstkranke, die schnell transportiert werden müssen, immer mehr zur Überlebensfrage. Die ADAC-Luftrettung unterstützt diese Bedenken und warnt, dass Kürzungen bei den Mitteln ein bereits jetzt überlastetes System weiter schwächen könnten.
Der DLT und die ADAC-Luftrettung haben die Abgeordneten gemeinsam aufgefordert, die Reform noch einmal zu überdenken. Beide Organisationen befürchten, dass die Pläne die Ungleichheit beim Zugang zu medizinischer Versorgung verschärfen – insbesondere für Menschen, die nicht in Ballungsräumen leben.
Die Abstimmung im Bundestag über die GKV-Reform steht für Anfang Juli an. Sollten die Maßnahmen verabschiedet werden, könnten sie die Gesundheitsversorgung auf dem Land grundlegend verändern: Die Abhängigkeit von Rettungshubschraubern würde steigen, während die Krankenhauskapazitäten schrumpfen. Kommunen und Rettungsdienste setzen sich weiterhin für Nachbesserungen ein, bevor das Gesetz in Kraft tritt.






