Gericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen im Deepfake-Skandal
Herlinde JungferGericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen im Deepfake-Skandal
Ein deutsches Gericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel erlassen und dem Magazin damit untersagt, bestimmte Vorwürfe in einem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen zu veröffentlichen. Das Hanseatische Oberlandesgericht urteilte, dass die Behauptungen, Ulmen habe KI-generierte Fake-Pornografie erstellt und verbreitet, nicht ausreichend belegt seien. Die Entscheidung fällt zu einer Zeit, in der die Staatsanwaltschaft Potsdam separate Vorwürfe wegen häuslicher Gewalt gegen ihn prüft.
Mit dem Beschluss wird Der Spiegel daran gehindert, zu behaupten, Ulmen habe KI-generierte Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, produziert oder weitergegeben. Zudem darf das Magazin keine Zitate aus einer 50 Jahre alten E-Mail veröffentlichen, die das Gericht als Teil des „höchstpersönlichen Lebensbereichs“ und damit als besonders schützenswert einstuft.
Ulmens Anwaltskanzlei Schertz-Bergmann erklärte, die ursprüngliche Berichterstattung habe eine überzogene Medienberichterstattung und eine ungerechte öffentliche Debatte ausgelöst. Man hoffe, dass das Urteil nun zu mehr Sachlichkeit beitrage und die Vorverurteilung ihres Mandanten beende. Das Magazin bleibt jedoch frei, über Fernandes’ Vorwürfe wegen körperlicher Misshandlung durch Ulmen zu berichten.
Als Reaktion auf den Skandal fordern Politiker strengere Regulierungen für KI-Technologien. SPD-Chefin Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang gehören zu den Befürwortern verschärfter Maßnahmen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte zudem an, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes und „digitale sexualisierte Gewalt“ verschärfen zu wollen.
Die einstweilige Verfügung beschränkt, was Der Spiegel über Ulmens angebliche Verstrickung in den Deepfake-Skandal berichten darf. Die Ermittlungen zu den Vorwürfen der häuslichen Gewalt laufen unabhängig davon weiter. Unterdessen gewinnt die Forderung nach gesetzlichen Reformen zur Bekämpfung von KI-Missbrauch unter deutschen Abgeordneten an Fahrt.






