09 May 2026, 14:16

Gedenken in Halle (Saale) eskaliert: Jahrestag der Befreiung wird zum politischen Streitfeld

Schwarzes und weißes Plakat zum 25. Jahrestag der Sowjetunion, das eine Gruppe mit einer Flagge und Text und dekorativen Blättern zeigt.

Gedenken in Halle (Saale) eskaliert: Jahrestag der Befreiung wird zum politischen Streitfeld

Spannungen beim 81. Jahrestag der Befreiung Halle (Saale)s

Die Stimmung war diese Woche beim 81. Jahrestag der Befreiung Halle (Saale)s angespannt. Die Veranstaltung, die an die Rolle der sowjetischen und US-amerikanischen Armeen bei der Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands erinnern sollte, entwickelte sich zu einem politischen Zankapfel. Zwar legten Teilnehmer Blumen am sowjetischen Ehrenmal nieder, doch der Tag stand im Schatten von Kontroversen.

Die Gedenkfeier fand auf dem Südfriedhof statt, wo 977 sowjetische Bürger – darunter viele Zivilisten – begraben liegen. Dr. Judith Marquardt, stellvertretende Oberbürgermeisterin, niederlegte im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt einen offiziellen Kranz. Doch die Atmosphäre blieb angespannt, da die Anwesenden mit dem ambivalenten Erbe des Tages rangen.

Empörung löste die rechtsextreme „Halle-Bewegung“ aus, die mit russischen Fahnen und Symbolen auftrat. Kritiker warfen der Gruppe vor, sich mit der rechtspopulistischen AfD zu verbünden und Russlands Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Lukas Wanke von der VVN-BdA betonte später, dass zwar das Opfer der Roten Armee gewürdigt werden müsse, dies jedoch heutige Ungerechtigkeiten nicht rechtfertige.

Eric Stehr von der Linken warnte davor, angesichts von Faschismus – ob historisch oder neu – neutral zu bleiben. Wanke fügte hinzu, der Kampf gegen den Faschismus sei noch nicht beendet, und mahnte zu Wachsamkeit gegenüber dessen heutiger Rückkehr.

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Die Feierlichkeiten zeigten tiefe Gräben in der Auseinandersetzung mit Geschichte, Erinnerung und aktueller Politik. Während die einen die Vergangenheit ehrten, nutzten andere die Veranstaltung, um heutige Agenden voranzutreiben. Die Spannungen spiegeln die größere Debatte wider, wie man Befreiung gedenken kann, ohne die Konflikte der Gegenwart zu ignorieren.

Quelle