Fracking in Deutschland: Kann Schiefergas die Energieabhängigkeit verringern?
Herlinde JungferFracking in Deutschland: Kann Schiefergas die Energieabhängigkeit verringern?
Deutschland erwägt Hydraulic Fracturing – auch Fracking genannt – um seine langfristige Erdgasversorgung zu stärken. Das Land verfügt über beträchtliche Schiefergasvorkommen, doch deren Förderung würde erheblichen Aufwand und Zeit erfordern. Experten zufolge könnte der Schritt bis Mitte der 2020er-Jahre einen spürbaren Anteil des inländischen Gasbedarfs decken.
Durch Fracking ließen sich bis 2025 jährlich zwischen 5 und 10 Milliarden Kubikmeter Gas fördern. Diese Menge könnte 6 bis 12 Prozent des für dieses Jahr prognostizierten deutschen Gasverbrauchs abdecken. Um dies zu erreichen, wären jedoch Hunderte neuer Bohrlöcher und mehrere Jahre des Ausbaus der Infrastruktur nötig.
Die Umweltrisiken des Verfahrens werden bei strikter Einhaltung von Vorschriften als gering eingestuft. Dennoch stellen öffentliche Ablehnung und das derzeitige Fracking-Verbot erhebliche Hindernisse dar. Schon die Genehmigung von Probebohrungen würde eine Aufhebung der bestehenden Beschränkungen erfordern.
Selbst bei Erfolg könnte Fracking kurzfristige Gasengpässe nicht mildern oder die Preise spürbar senken. Ohne Subventionen bleibt zudem unklar, ob sich das Verfahren in Deutschland wirtschaftlich rechnet. Zudem hätte das zusätzlich geförderte Gas kaum Einfluss auf die weltweiten Marktpreise.
Fracking bietet zwar das Potenzial, die deutsche Gasversorgung langfristig zu stärken, und könnte bis 2025 eine bescheidene, aber bedeutende Menge an heimischer Förderung beitragen. Seine Machbarkeit hängt jedoch von regulatorischen Änderungen, gesellschaftlicher Akzeptanz und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.






