Finanzexpertin kritisiert Deutschlands Krisenhilfen als ineffizient und unsozial
Herlinde JungferFinanzexpertin kritisiert Deutschlands Krisenhilfen als ineffizient und unsozial
Eine führende Finanzexpertin hat die breiten Krisenhilfemaßnahmen Deutschlands als verschwendungsintensiv und unzureichend zielgerichtet kritisiert. Ulrike Malmendier, Professorin an der Universität von Kalifornien in Berkeley, argumentiert, dass aktuelle Maßnahmen wie die Spritpreisbremse gerade diejenigen verfehlen, die am dringendsten Unterstützung benötigen. Stattdessen könnte eine bessere Nutzung von Daten die Hilfen deutlich effizienter gestalten, so ihre These.
Malmendiers Hauptkritikpunkt ist die mangelnde Präzision bei der Verteilung der Hilfsleistungen. Sie weist darauf hin, dass Rabatte auf Kraftstoffe beispielsweise allen zugutekommen – und nicht nur den 20 Prozent der Haushalte, die sie am nötigsten hätten. Durch die Verknüpfung von Steuerdaten, Sozialleistungsregistern und Zahlungsinformationen ließe sich die staatliche Unterstützung gezielter steuern.
Zudem warnt sie, dass das aktuelle System Arbeitsanreize untergräbt. Hohe Rückforderungsquoten führen dazu, dass manche Bezieher von Sozialleistungen durch zusätzlichen Verdienst netto weniger behalten, als sie hinzuverdienen. Dies zu beheben, sollte ihrer Meinung nach Vorrang vor einer grundsätzlichen Debatte über Umverteilung haben.
Über die zielgenaue Verteilung hinaus sieht Malmendier Spielraum, Bürokratie abzubauen und das Arbeitsrecht zu reformieren. Vereinfachungen in diesen Bereichen könnten, so ihr Vorschlag, die Belastung des Steuersystems verringern – ohne dass die Abgaben steigen müssten.
Ihre Kernforderungen lauten: Hilfen stärker auf diejenigen konzentrieren, die sie wirklich brauchen, und überflüssige Vorschriften streichen. Würden diese Schritte umgesetzt, ließen sich Kosten sparen und unnötige Steuererhöhungen vermeiden. Eine Reaktion der Regierung auf ihre Empfehlungen steht bisher noch aus.






