Felix Banaszak kämpft für neue Männlichkeitsbilder gegen rechte Parolen
Christos SchwitalFelix Banaszak kämpft für neue Männlichkeitsbilder gegen rechte Parolen
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich verstärkt für die Belange von Männern in der Geschlechterdebatte ein. Seine jüngsten Besuche und öffentlichen Äußerungen unterstreichen ein wachsendes Interesse daran, wie traditionelle Männlichkeitsbilder Männer prägen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass sich immer mehr junge männliche Wähler der extremen Rechten zuwenden.
Einer seiner ersten Schritte war der Besuch bei Vaterwelten in Krefeld, einer Organisation, die Geburtsvorbereitungskurse für werdende Väter anbietet. Zudem positionierte er sich deutlich gegen toxisches Verhalten – ausgelöst durch Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Schauspieler Christian Ulmen wegen Körperverletzung.
Banaszaks Engagement für die Rolle von Männern in der Gleichberechtigung ist kein neues Thema. Bereits im Februar gab er der Playboy ein Interview und nutzte die Plattform, um junge Männer mit feministischen Ideen zu erreichen. Im selben Monat besuchte er Vaterwelten, eine Krefelder Initiative, die werdende Väter auf dem Weg in die Elternschaft begleitet. Seine in Pink gestrichenen Büroräume symbolisieren seine Ablehnung starrer Geschlechterklischees – eine Haltung, die er offen vertritt.
Sein Ansatz steht im scharfen Kontrast zur Rhetorik der extremen Rechten. Vor der Europawahl 2024 hatte der AfD-Politiker Maximilian Krah alleinstehenden jungen Männern geraten, sie sollten „nach rechts“ tendieren, wenn sie keine Partnerin fänden. Wahlanalysen zeigen derweil eine deutliche Spaltung: Während junge Frauen eher linksliberale Parteien wählten, unterstützten junge Männer überproportional die AfD.
Innerhalb der Grünen arbeitet Banaszak mit dem Deutschen Frauenrat zusammen, um Diskussionsräume speziell für Männer zu schaffen. Er argumentiert, dass Geschlechterstereotype allen schaden – nicht nur Frauen. Seine Social-Media-Beiträge, etwa zur Verurteilung von Strukturen, die Übergriffe begünstigen, untermauern diese Position. Die Förderung von Beratungsangeboten für Jungen und Männer bleibt ein zentrales Anliegen – ohne dies als Konkurrenz zu Frauenrechten darzustellen.
Häufig verweist Banaszak auf den Torwart Tim Wiese, der vor zwei Jahrzehnten ohne negative Reaktionen Pink trug. Für ihn ein Beweis, dass sich Männlichkeit weiterentwickeln kann, ohne dass Männer Spott fürchten müssen.
Unter Banaszaks Führung nimmt die Debatte über Männer in der Geschlechterpolitik bei den Grünen konkrete Formen an. Mit Besuchen, Interviews und Forderungen nach mehr Förderung will er das Verhältnis junger Männer zum Feminismus neu gestalten. Der Gegensatz zur rechten Rhetorik verdeutlicht dabei die größere gesellschaftliche Diskussion über Männlichkeit im heutigen Deutschland.






