05 June 2026, 14:42

Ex-Beamter verliert Status nach Zeitbetrug und Corona-Protesten

Lucian Michaelis: Als 'rechts' denunziert

Ex-Beamter verliert Status nach Zeitbetrug und Corona-Protesten

Lucian Michaelis, ehemaliger leitender Handelsinspektor in Sachsen-Anhalt, hat nach einem langjährigen Rechtsstreit seinen Beamtenstatus verloren. Die Entlassung folgte auf Vorwürfe wegen Zeitbetrugs, der Teilnahme an umstrittenen Protesten und seiner öffentlichen Kritik an den Pandemie-Maßnahmen. Sein Fall sorgt für Aufmerksamkeit, da sich auch seine Familie öffentlich gegen die Corona-Regelungen positioniert hatte.

Michaelis arbeitete bis zu seiner Entlassung 2024 beim Landesamt für Verbraucherschutz. Ihm wurden Zeitbetrug und mangelhafte Leistungen in nicht-fachlichen Bewertungen vorgeworfen, was schließlich zu seiner Entlassung aus dem Beamtenverhältnis führte. Zwar wies das Gericht die zentralen Vorwürfe später zurück, bestätigte jedoch die Verurteilung wegen Zeitbetrugs.

Seine Entlassung stand zudem in Zusammenhang mit seiner Kritik an der Impfpolitik und seiner Beteiligung an Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen. Michaelis lehnte eine Impfung aus religiösen und medizinischen Gründen ab, was die Kontroverse weiter anheizte. Im Februar 2022 wurde er am Rande eines Fackelmarsches in Halberstadt gesichtet – eine Veranstaltung, die mit rechtsextremen Gruppen in Verbindung gebracht wird und die Kritik an ihm verschärfte.

Michaelis klagte gegen seine Entlassung, doch das Verwaltungsgericht Halle bestätigte die Entscheidung und machte sie damit rechtskräftig. Sein Vater, Martin Michaelis – ein Pfarrer aus Quedlinburg –, hatte sich ebenfalls vehement gegen die Pandemie-Beschränkungen ausgesprochen und war als unabhängiger Kandidat mit Unterstützung der AfD angetreten. Beide berufen sich auf ihren lutherisch-christlichen Glauben als Motivation für ihren Widerstand.

2025 veröffentlichte Martin Michaelis eine Anthologie mit dem Titel „Mut zum Widerspruch: Stimmen des ‚Keine Alternative‘-Widerstands“, die ihre gemeinsame Haltung unterstreicht.

Das endgültige Urteil des Gerichts beendet Michaelis’ Karriere im öffentlichen Dienst. Sein Fall verdeutlicht die Konsequenzen, die mit der Missachtung von Dienstvorschriften und der Teilnahme an politisch aufgeladenen Veranstaltungen einhergehen. Gleichzeitig zeigt das Ergebnis die rechtlichen Grenzen auf, die Beamten bei der Äußerung von Kritik gesetzt sind.

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