EU-Zollreform 2024: Warum Bestellungen aus Drittländern jetzt teurer werden
Klaus-Dieter StahrEU-Zollreform 2024: Warum Bestellungen aus Drittländern jetzt teurer werden
EU-Onlinekäufer müssen sich auf höhere Kosten bei Bestellungen aus Drittländern einstellen. Ab dem 1. Juli werden auf Einkäufe bei Händlern außerhalb der EU neue Zollgebühren fällig – weitere Änderungen folgen 2026 und 2028. Die neuen Regeln sollen sicherstellen, dass alle Importe korrekt besteuert werden, doch sie könnten günstige Artikel deutlich verteuern.
Ab 1. Juli wird das Einkaufen bei Nicht-EU-Händlern teurer. Auf Sendungen unter 150 Euro wird pro Produktkategorie eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro erhoben – zusätzlich zur bereits bestehenden Einfuhrumsatzsteuer. Ein Handyhülle für 7 Euro könnte so inklusive Gebühren fast 20 Euro kosten.
Ab 1. November 2026 kommt eine weitere Zollabgabe auf niedrigpreisige Sendungen hinzu. Die genaue Höhe steht noch nicht fest und wird von der Europäischen Kommission festgelegt. Langfristig, voraussichtlich ab 2028, sollen alle Importe – unabhängig vom Wert – vollen Zollabgaben unterliegen, sobald alle EU-Länder eingehende Waren vollständig kontrollieren und abfertigen können.
Die Zollverwaltung hat einen Online-Zollrechner eingeführt, mit dem Verbraucher die zusätzlichen Kosten abschätzen können. Dennoch wird geraten, vor der Bestellung die Impressumspflicht und Versandbedingungen des Händlers zu prüfen, um zu klären, wo der Verkäufer ansässig ist und welche Gebühren anfallen könnten.
Bestellungen aus Drittländern bergen zudem Risiken: Rückgaben, Rückerstattungen und Garantieansprüche sind oft schwerer durchzusetzen, da Verbraucherschutzbestimmungen nicht immer greifen. Innerhalb der EU bleiben Einkäufe dagegen largely steuerfrei – mit Ausnahme von Kaffee, Alkohol, Tabak und ähnlichen Produkten.
Die Änderungen bedeuten: Wer in der EU bei Händlern außerhalb des Binnenmarkts bestellt, muss mit höheren Kosten rechnen. Kleine, günstige Artikel könnten durch die zusätzlichen Gebühren unattraktiv werden. Verbraucher sollten bei Auslandsbestellungen nicht nur die Preise, sondern auch mögliche Zusatzkosten und Komplikationen einkalkulieren.






