EU-Projekt DISPROP revolutioniert Flugzeuge mit elektrischen Propellern und neuer Aerodynamik
Herlinde JungferEU-Projekt DISPROP revolutioniert Flugzeuge mit elektrischen Propellern und neuer Aerodynamik
Ein neues europäisches Forschungsprojekt untersucht, wie elektrischer Antrieb und eine clevere Platzierung von Propellern die Luftfahrt der Zukunft revolutionieren könnten. Die Initiative DISPROP, gefördert mit 2,7 Millionen Euro aus EU-Mitteln, zielt darauf ab, Emissionen zu senken und die Effizienz der nächsten Generation von Passagierflugzeugen zu steigern. Federführend ist die Technische Universität Braunschweig, unterstützt von Partnern aus Deutschland und den Niederlanden.
Das DISPROP-Projekt startete am 1. Februar 2021 und läuft über 33 Monate. Im Mittelpunkt stehen zentrale aerodynamische Herausforderungen, etwa die Wechselwirkung zwischen Propellern und Wind, Wirbelstörungen sowie Leistungsverluste in verteilten elektrischen Antriebssystemen. Anders als bei herkömmlichen Konfigurationen – bei denen Propeller meist an den Flügelspitzen sitzen – erprobt das Team Anordnungen, bei denen mehrere elektrische Propeller entlang der Tragflächen integriert werden. Dieser Ansatz könnte den Luftwiderstand verringern, den Auftrieb erhöhen und den Energieverbrauch senken.
Als Sprecher des Projekts fungiert Professor Julien Weiss, der die Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Strömungsmechanik und dem Institut für Flugantriebe und Strömungsmaschinen der TU Braunschweig koordiniert. Der Universität stehen rund 970.000 Euro der Fördersumme zur Verfügung, die in die Erforschung der optimalen Propellerpositionierung und Windkanaltests fließen. Ihre Expertise in der Propelleraerodynamik soll dazu beitragen, leisere und umweltfreundlichere Flugzeugdesigns zu entwickeln.
Zum Konsortium gehören zudem die Technische Universität Berlin, die Deutsch-Niederländischen Windkanäle (DNW), die Leichtwerk AG sowie die Universität Stuttgart. Gemeinsam setzen sie auf computergestützte Simulationen, Windkanalexperimente und aktive Steuerungssysteme, um Probleme wie Bodeneffekt-Störungen beim Start zu minimieren. Ziel ist es, praktische Lösungen zu entwickeln, die sich von zentralen Propelleranordnungen abwenden – diese bieten weniger aerodynamische Vorteile.
Die Finanzierung stammt aus Clean Sky 2, einer gemeinsamen Initiative der Europäischen Kommission und führender Luftfahrtunternehmen. Das Programm fördert Innovationen, um den Kraftstoffverbrauch, CO₂-Ausstoß und Fluglärm zu reduzieren – zentrale Ziele für eine nachhaltigere und wettbewerbsfähigere europäische Luftfahrt.
Die Ergebnisse des DISPROP-Projekts könnten die Zukunft der Elektro-Luftfahrt maßgeblich prägen. Durch die Bewältigung aerodynamischer Hürden bei verteilten Antrieben strebt das Team leisere und effizientere Flugzeugkonzepte an. Die Investition von 2,7 Millionen Euro unterstreicht das Engagement der EU für umweltfreundlichere Flugreisen durch fortschrittliche Ingenieurslösungen.