05 May 2026, 12:13

Droht Deutschlands größter Suchtklinik für Jugendliche die Schließung bis 2025?

Balkendiagramm, das die Geschlechterlücke bei Fördermitteln und Zuschüssen nach Geschlecht im Jahr 2020-2021 zeigt, mit normalisiertem Haushaltsjahr, unterteilt in Fördermittel- und Zuschussabschnitte mit prozentualer Aufschlüsselung.

Droht Deutschlands größter Suchtklinik für Jugendliche die Schließung bis 2025?

Deutschlands größte Fachklinik für Suchtrehabilitation bei Kindern und Jugendlichen steht vor der Schließung

Die Dietrich-Bonhoeffer-Klinik in Ahlhorn muss zum 30. Juni 2025 schließen – sofern bis zum 10. Mai keine Finanzierungslösung gefunden wird. Bereits jetzt haben Mitarbeiter ihre Kündigungen eingereicht, und ein Aufnahmestopp wurde verhängt. Die Zukunft der Einrichtung ist damit ernsthaft gefährdet.

Die von der Leinerstift-Gruppe betriebene Klinik stand bereits 2024 kurz vor der Schließung, konnte aber durch eine letzte Einigung mit der Deutschen Rentenversicherung gerettet werden. Nun verschärfen sich die finanziellen Probleme erneut: Das intensive Betreuungsmodell der Klinik kostet pro Tag 70 Prozent mehr als der von den Versicherern erstattete Satz. Obwohl die Einrichtung die höchsten Tagessätze aller vergleichbaren Kliniken in Deutschland erhält, bleibt die Finanzierungslücke auf Dauer untragbar.

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Falls bis zum 10. Mai keine Entscheidung fällt, wird die Deutsche Rentenversicherung keine neuen Patienten mehr aufnehmen – die Klinik wäre dann bis zum Sommer leer. Einige Beschäftigte haben bereits gekündigt, andere sollen sich laut Berichten ebenfalls auf einen Abschied vorbereiten. Der Träger hat ein neues Finanzierungsmodell vorgeschlagen, bei dem sich Krankenkassen, das Land Niedersachsen und die Jugendhilfe die Kosten teilen würden.

Die Bonhoeffer-Klinik stellt 60 der bundesweit 85 spezialisierten Reha-Plätze für Minderjährige bereit. Ihre Schließung würde den Zugang zu Suchtbehandlungen für junge Menschen in ganz Deutschland drastisch einschränken.

Scheitern die Verhandlungen, werden die Türen der Klinik am 30. Juni 2025 endgültig geschlossen. Damit fielen fast drei Viertel der bundesweiten Kapazitäten für Suchtrehabilitation bei Minderjährigen weg. Eine finale Entscheidung über die Finanzierung – und damit über das Überleben der Einrichtung – muss in den kommenden Wochen fallen.

Quelle