DocMorris in der Krise: Aktionäre fordern CEO-Wechsel zu Oesterle
DocMorris steckt in einer Führungskrise – Aktionäre drängen auf Absetzung von CEO Walter Oberhänsli
Aktionäre des Versandapotheken-Riesen DocMorris fordern den Rücktritt von Vorstandschef Walter Oberhänsli und setzen stattdessen auf Dr. Fritz Oesterle als neuen Chef. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen mit schwachen Gewinnen und wachsendem Wettbewerbsdruck kämpft.
Die Investoren stellen Oberhänslis Führung offen infrage, doch der amtierende CEO Walter Hess zeigt sich von den Turbulenzen offenbar unbeeindruckt. Im Mittelpunkt der Rebellion steht Oesterle, ehemaliger Chef des Pharmagroßhändlers Celesio – eine Figur mit zwiespältigem Ruf. Seine Amtszeit bei Celesio war geprägt von Konflikten mit Großhandelspartnern und gescheiterten Versuchen, den Markt zu liberalisieren.
Oesterles Unterstützer, darunter die Investmentfirma Ceplion, sehen in ihm den richtigen Mann, um DocMorris zur führenden "Gesundheitsplattform auf Knopfdruck" zu machen. Doch sein Werdegang liegt im klassischen Großhandel – nicht im digitalen Gesundheitsbereich, auf den DocMorris gerade setzt. Seine Hauptaufgabe könnte darin bestehen, das Vertrauen der Anleger zu stabilisieren und das Unternehmen enger an Investoreninteressen auszurichten, möglicherweise als Vorbereitung für einen erneuten Verkauf.
Die Situation ist prekär: Konkurrenten wie die Schwarz-Gruppe (zu der Lidl und Kaufland gehören) und die Drogeriekette dm drängen in den Markt, testen Video-Sprechstunden und den Online-Verkauf von Rezepten. DocMorris selbst schreibt weiterhin rote Zahlen – belastet durch hohe Marketingkosten und stagnierendes Wachstum. Gleichzeitig wechselt Max Müller, einst Lobbyist für Oesterle, in den Aufsichtsrat des Wettbewerbers Redcare – ein Indiz für tiefgreifendere Verschiebungen in der Branche.
Falls Oesterle das Ruder übernimmt, erbt er ein Unternehmen unter Druck von allen Seiten. DocMorris muss nun beweisen, dass seine Digitalstrategie trägt – oder riskiert, von besser finanzierten Konkurrenten überholt zu werden. Die nächsten Schritte werden entscheiden, ob das Unternehmen überlebt oder zum nächsten Übernahmekandidaten wird.






