03 April 2026, 10:15

Bundesländer fordern drastische Steuersenkungen gegen hohe Lebensmittelpreise

Offenes Buch mit handgeschriebener Schrift auf altem Papier, das deutsche Bundesrepublik-Wasserzeichen am Boden zeigt.

Bundesländer fordern drastische Steuersenkungen gegen hohe Lebensmittelpreise

Die Bundesländer drängen die Bundesregierung zu Steuersenkungen, da die steigenden Preise die Haushaltsbudgets der Bürger weiterhin stark belasten. Besonders die Lebensmittelkosten bereiten Sorgen – Spitzenpolitiker aus mehreren Regionen fordern nun schnelle Maßnahmen. Die Forderungen kommen mitten in den anhaltenden Debatten über eine Reform der Mehrwertsteuer, die in den vergangenen Jahren zwar vorübergehende Anpassungen erlebte, aber keine dauerhaften Lösungen hervorbrachte.

Hintergrund der aktuellen Diskussionen ist eine jahrelange Auseinandersetzung um die Mehrwertsteuer in Deutschland. Während der Corona-Pandemie hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuersätze für sechs Monate bis Anfang 2021 halbiert. Davor gab es zuletzt 2007 unter der Regierung von Angela Merkel eine größere Änderung, als eine Erhöhung zu spürbaren Rückgängen im Einzelhandel führte.

Nun fordern die Länderchefs Berlin zu weitergehenden Schritten auf. Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlandes (SPD), schlug vor, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel komplett zu streichen oder abzuschaffen, um einkommensschwache Familien zu entlasten. Gleichzeitig plädierte sie dafür, Steuervergünstigungen für Luxusgüter zu streichen, um die Maßnahmen zu finanzieren. Sven Schulze (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, bestand unterdessen auf ein abgestimmtes Entlastungspaket – und zwar ohne Verzögerung.

Auch andere Finanzminister unterstützen den Vorstoß für eine umfassendere Strategie. Marcus Optendrenk (CDU) aus Nordrhein-Westfalen und Danyal Bayaz (Grüne) aus Baden-Württemberg betonten beide die Notwendigkeit eines kohärenten Plans. Ihre Äußerungen spiegeln die wachsende Unzufriedenheit über blockierte Reformen wider – denn trotz jüngster Debatten, etwa über eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auf 0 % oder 5 % (angelehnt an den österreichischen Satz), gab es bisher keine konkreten Beschlüsse.

Stattdessen rückte der Fokus auf andere steuerliche Anpassungen, wie die Anhebung des Grundfreibetrags auf 12.084 Euro ab 2025 oder die Senkung der Luftverkehrssteuer ab Juli 2026. Angesichts der anhaltenden Inflation, die die Haushalte weiter belastet, argumentieren die Länderchefs jedoch, dass direkte Entlastungen längst überfällig seien.

Der Druck aus den Bundesländern unterstreicht die zunehmende Dringlichkeit einer Steuerreform in Deutschland. Zwar wurden in vergangenen Krisen zeitweise Mehrwertsteuersenkungen umgesetzt, doch für essenzielle Güter wie Lebensmittel gab es bisher keine dauerhaften Kürzungen. Ohne einen einheitlichen Ansatz droht die Kluft zwischen geforderter Entlastung und tatsächlicher Umsetzung weiter zu wachsen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle