Braunschweig baut einzigartige Testanlage für Hochleistungs-Gleichstromsysteme
Herlinde JungferBraunschweig baut einzigartige Testanlage für Hochleistungs-Gleichstromsysteme
Das elenia-Institut für Hochspannungstechnik und Energiesysteme der Technischen Universität Braunschweig errichtet eine wegweisende Testanlage. Diese einzigartige Einrichtung widmet sich der praxisnahen Sicherheitsforschung für Hochleistungs-Gleichstromsysteme. Keine andere Universität oder Forschungseinrichtung verfügt derzeit über eine vergleichbare Infrastruktur für derartige Tests.
Das Projekt wird von Professor Michael Kurrat geleitet und umfasst Partner wie elenia, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), die E-T-A Elektronische Apparate GmbH sowie Rockwell Automation. Die Finanzierung erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, wobei die Förderung bis zum 30. Juni 2021 läuft.
Die Bauarbeiten werden in Kürze in der Nähe der Oker-Turm-Hochspannungshalle sichtbar. Schwermaschinen, darunter ein Autokran und ein Brückenkran, haben bereits Transformatoren mit einem Gewicht von bis zu sieben Tonnen positioniert. Für die Anlage ist ein neuer Netzanschluss erforderlich, da das bestehende Universitätsstromnetz die benötigte Leistung nicht bewältigen kann.
Sobald die Testanlage in Betrieb geht, wird sie extreme Stromstärken mit moderaten Spannungsebenen kombinieren. Sie wird mehrere tausend Ampere bei bis zu 12.000 Volt verarbeiten können – Bedingungen, die in bestehenden Prüfverfahren nicht abgedeckt werden. Im Mittelpunkt stehen Sicherheitssysteme, die im Notfall Gleichstromanlagen zuverlässig abschalten müssen.
Die Einrichtung schließt eine entscheidende Lücke in der Gleichstrom-Sicherheitsforschung. Ihre Fähigkeit, realistische Betriebsbedingungen unter extremen Strömen und Spannungen zu simulieren, ist weltweit einzigartig. Die hier gewonnenen Erkenntnisse könnten künftige Standards für Hochleistungs-Gleichstromsysteme prägen.