Berufsversorgungswerke in der Krise: Millionenverluste und scharfe Kritik an Zahnärzte-Fonds
Herlinde JungferBerufsversorgungswerke in der Krise: Millionenverluste und scharfe Kritik an Zahnärzte-Fonds
Deutsche Berufsversorgungswerke stecken in einer sich verschärfenden Krise – mit Verlusten in zweistelliger Millionenhöhe durch riskante Anlagen. Besonders in der Kritik steht die Versorgungseinrichtung der Zahnärztekammer Berlin (VZB), die von Aufsichtsbehörden scharf angegriffen wird. Gleichzeitig soll ein neues Zertifizierungssystem die Kontrolle über den Sektor verschärfen.
Der Verband der berufsständischen Versorgungswerke (ABV) hat für alle 91 deutschen Berufsversorgungswerke eine Prüfung eingeführt, die Anlagestrategien, Risikomanagement und Governance abdeckt. Unklar ist jedoch, wie viele Einrichtungen die Zertifizierung bisher bestanden haben.
Die VZB gerät wegen langjähriger Mängel in den Bereichen Rechtstreue, Wirtschaftlichkeit und strategische Steuerung besonders in die Schusslinie. Die Aufseher fordern nun beschleunigte Maßnahmen und verlangen, dass der Fonds seine Jahresabschlüsse für 2024 und 2025 vorzeitig vorlegt. Auch der ABV-Vorstand drängt das VZB-Verwaltungsgremium zu sofortigen Korrekturmaßnahmen.
Die zögerliche Reaktion auf die Krise sorgt für wachsende Verärgerung. Der ABV warnt, dass öffentliche Streitigkeiten das Vertrauen in die berufsständische Altersvorsorge untergraben. Zudem besteht die Gefahr, dass die Probleme der VZB die Debatte über die Rentenabsicherung freiberuflich Tätiger neu entfachen.
Trotz der aktuellen Herausforderungen betont der ABV, dass das System frühere Krisen aus eigener Kraft gemeistert habe. Die neuen Zertifizierungsauflagen – darunter pflichtige geprüfte Bilanzen und Stresstests – sollen weitere Verluste verhindern und Stabilität zurückbringen.
Die VZB steht nun unter Druck, Reformen zu beschleunigen und die Transparenz zu erhöhen. Scheitert der Fonds, könnten die Folgen über die eigenen Mitglieder hinausgehen und das gesamte Vertrauen in die berufsständische Vorsorge erschüttern. Die verschärften ABV-Regeln markieren einen Kurswechsel hin zu strengeren Kontrollen für die gesamte Branche.






