"Berlin ist Kultur": Wie eine Kampagne die Wahl zum Kulturgipfel macht
Luka Boucsein"Berlin ist Kultur": Wie eine Kampagne die Wahl zum Kulturgipfel macht
Eine neue Kampagne rückt Kultur in den Mittelpunkt der Berliner Wahldebatte. Die Aktionswoche „Berlin ist Kultur“ ist mit Veranstaltungen und Slogans gestartet, die Wählerinnen und Wähler beeinflussen sollen. Die Initiatoren fordern von den Kandidat:innen verbindliche Zusagen für eine stärkere Förderung der Künste.
Den Auftakt bildete eine Veranstaltung mit Katharina Marg von der Linken, Ronja Losert sowie Bertram von Boxberg von den Grünen. Andere Berliner Politiker:innen blieben der Veranstaltung fern. Zu den Redner:innen zählte Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, der die jüngsten Kürzungen im Kulturbereich als „schweren Fehler“ kritisierte.
Reese wies zudem auf die Schließungsgefahr des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße hin, dem nach dem Entzug der Förderung die Mittel fehlen. In einer persönlichen Anekdote schilderte er, wie ein Theaterbesuch mit 14 Jahren sein Leben prägte. Tom Streidel, Tischler am Maxim-Gorki-Theater, warnte, dass Mieterhöhungen ab 2027 das Theater in die Insolvenz treiben könnten.
Über 600 Kulturschaffende haben die „Berliner Erklärung“ unterzeichnet, die fordert, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen. Zudem wird ein verlässliches Fördersystem verlangt. Unter dem Hashtag #deineStimmefürKultur wird die Kampagne in Berliner Kultureinrichtungen präsent sein. Institutionen haben „Wahl-Lackmustests“ entwickelt, um die Positionen der Kandidat:innen zu Kunstbildung und anderen Kulturthemen zu prüfen.
Ziel der Aktionswoche ist es, Kultur vor der Wahl zum zentralen Thema zu machen. Die Initiatoren hoffen, dass die Erklärung und öffentlicher Druck langfristige Finanzierungen sichern. Durch die Sichtbarkeit der Kampagne in kulturellen Räumen soll die Bedeutung des Sektors im Bewusstsein der Wähler:innen verankert werden.






