07 May 2026, 12:21

Bayerns Wasserstoff-Milliarden versickern: Warum Fördergelder ungenutzt bleiben

Drei wasserstoffbetriebene Autos auf einem Parkplatz mit Maschendrahtzaun im Hintergrund und Gras auf der rechten Seite geparkt.

Bayerns Wasserstoff-Milliarden versickern: Warum Fördergelder ungenutzt bleiben

Bayerns Wasserstoff-Förderprogramm steckt in der Krise: Millionenbeträge bleiben ungenutzt

Das bayerische Förderprogramm für Wasserstoff hat schwere Rückschläge erlitten – ein Großteil der bereitgestellten Gelder blieb wegen geringer Nachfrage unausgegeben. Obwohl fast 120 Millionen Euro für Elektrolyseur-Projekte bewilligt wurden, floss bis 2025 nur ein Bruchteil davon. Kritiker fragen sich nun, ob die Investitionsstrategie von Anfang an fehlerhaft war.

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Zwischen 2018 und 2025 stellte der Freistaat 61 Millionen Euro für Wasserstofftankstellen bereit. Doch lediglich 16,3 Millionen Euro wurden ausgezahlt, und 9 Millionen Euro mussten später zurückfließen, nachdem geplante Vorhaben nicht realisiert wurden. Das Programm lief offiziell aus – mit wenig sichtbarem Ergebnis für die eingesetzten Mittel.

Auch beim Bau von Elektrolyseuren sah es nicht besser aus: Von den knapp 120 Millionen Euro, die für 2024 und 2025 vorgesehen waren, wurden nur 4,1 Millionen Euro abgerufen. Gleichzeitig wurden bis Ende 2025 über die Hälfte der 142 Millionen Euro für Energieforschungszuschüsse genutzt – ein Zeichen für die ungleiche Nachfrage in verschiedenen Bereichen.

Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler machten Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger für die Verschwendung von Steuergeldern verantwortlich. Die Mittel seien in Projekte mit geringem praktischem Nutzen geflossen, kritisierten sie. Energieexperten zweifeln zudem an der Zukunft von Wasserstoff in der Wärmeversorgung und im Verkehr, da die hohen Produktionskosten ein zentrales Hindernis darstellen.

Deutschland setzt weiterhin auf den Import großer Mengen Wasserstoff – ähnlich wie bei Erdgas. Die Bundesregierung konzentriert sich nun auf ein Wasserstoff-Kernnetz, das vor allem für industrielle Anwendungen und weniger für breitere Einsatzgebiete gedacht ist.

Die kaum genutzten Subventionen unterstreichen die Herausforderungen bei der Skalierung der Wasserstofftechnologie. Da die Nachfrage aus der Industrie im Mittelpunkt steht, deuten Bayerns unausgeschöpfte Mittel auf einen Rückzug von verbrauchernahen Anwendungen hin. Die Erfahrungen des Freistaats könnten eine Neubewertung der Rolle von Wasserstoff in künftigen Energiestrategien nach sich ziehen.

Quelle