26 June 2026, 22:10

Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Vollsperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben

Renovierung der Hamburg-Berlin-Bahnlinie deutlich teurer

Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Vollsperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben

Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach zehneinhalbmonatiger Sperrung endlich wieder in Betrieb gegangen – sechs Wochen später als ursprünglich geplant. Verzögerungen durch anhaltenden Frost zu Beginn des Jahres hatten den Zeitplan durcheinandergebracht.

Ursprünglich sollte die Strecke bereits Anfang Mai wiedereröffnet werden. Doch die extremen Winterbedingungen im Januar und Februar zwangen die Verantwortlichen zu einer Verschiebung. Reisende mussten monatelang mit Einschränkungen leben: Regionalverbindungen wurden durch Busse ersetzt, Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet, was die Fahrzeiten deutlich verlängerte.

Die Sanierung kostete rund 2,7 Milliarden Euro500 Millionen mehr als veranschlagt. Zudem wurde ein zusätzlicher Puffer von etwa 300 Millionen Euro vollständig aufgebraucht, um die Verzögerungen abzufedern. Trotz der langen Sperrung gab es auch nach der Wiedereröffnung noch Probleme: Aufzüge fielen aus, und Züge fuhren nicht wie vorgesehen.

Fachleute kritisieren das Konzept komplettsperrender Großsanierungen. Solche Vorhaben führten oft zu langen Unterbrechungen und explodierenden Kosten. Das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) konnte im Rahmen dieser Bauarbeiten nicht installiert werden – eine weitere längere Vollsperrung könnte daher in fünf bis zehn Jahren nötig werden.

Zwar ist die Strecke nun wieder befahrbar, doch die monatelangen Behinderungen und Kostenüberschreitungen zeigen die Herausforderungen bei umfassenden Bahnmodernisierungen. Eine weitere große Sperrung steht möglicherweise noch bevor, um die ETCS-Nachrüstung abzuschließen.

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