29 June 2026, 18:25

Bachmann-Preis 2024: Weibliche Jury ehrt mutige Texte und löst Debatten aus

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Bachmann-Preis 2024: Weibliche Jury ehrt mutige Texte und löst Debatten aus

Bachmann-Preis 2024: Starke Texte, heftige Reaktionen und eine rein weibliche Jury

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Bei der diesjährigen Verleihung des Bachmann-Preises standen kraftvolle literarische Werke und kontroverse Diskussionen im Mittelpunkt. Die Beiträge reichten von persönlichen Schicksalen bis zu gesellschaftskritischen Analysen. Die ausschließlich aus Frauen bestehende Jury bewertete Texte, die zwischen intimen Selbstreflexionen und mutiger Sozialkritik oszillierten.

Den Deutschlandfunk-Preis erhielt Ozan Zakariya Keskinkılıç für Vater ohne Sohn – eine behutsam und tiefgründig erzählte Geschichte über die emotionale Reise eines schwulen Vaters. Kinga Tóth gewann den KELAG-Preis mit ihrer schonungslosen Schilderung eines „Ostblock-Mädchens“ und der alltäglichen Demütigungen, denen sie ausgesetzt ist.

Magdalena Schrefel wurde mit dem 3sat-Preis für Kirschen, Herz in der Schlinge ausgezeichnet. Ihr Text setzt sich mit ihrer eigenen Brustkrebs-Erkrankung und der Schwierigkeit auseinander, diese in Worte zu fassen. Slata Roschals Beitrag konzentrierte sich weniger auf die Nöte von Schriftsteller:innen als auf die literarische Welt selbst – doch ihre Weigerung, sich anschließend der Jury zu stellen, sorgte für Gesprächsstoff.

Schaette sicherte sich sowohl den Hauptpreis als auch den Publikumspreis für Was wir tragen, eine schonungslose Abrechnung mit der lebenslangen Gewalt, der dicke Menschen ausgesetzt sind. Erwähnt wurde auch Ingeborg Bachmanns Hörspiel Der gute Gott von Manhattan, in dem Gott als Angeklagter vor Gericht steht. Wirtschaftliche Aspekte flossen in die Jury-Bewertungen ein, wobei einige Kommentare finanzielle Hierarchien widerspiegelten. Das wiederkehrende Motiv der „Flecken“ in mehreren Texten verwies auf prekäre Lebensumstände.

Die Auszeichnungen würdigten mutige und persönliche Erzählungen. Die rein weibliche Jury setzte sich mit Themen wie Identität, Krankheit und sozialer Ungleichheit auseinander. Die Veranstaltung hinterließ mit ihrer Mischung aus literarischer Qualität und ungeschönter Kritik einen bleibenden Eindruck.

Quelle