Atommüll-Bergung in Asse: Rückholung der 126.000 Fässer auf unbestimmte Zeit verschoben
Herlinde JungferVerzögerter Beginn der Bergung von radioaktivem Abfall aus dem stillgelegten Atommüllendlager Asse - Atommüll-Bergung in Asse: Rückholung der 126.000 Fässer auf unbestimmte Zeit verschoben
Die Pläne zur Bergung von 126.000 Fässern mit radioaktivem Abfall aus dem Atomlager Asse wurden auf unbestimmte Zeit aufgegeben. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) machte anhaltende Unsicherheiten für die Verzögerung verantwortlich. Ein neuer Zeitplan für die Aktion steht noch nicht fest; eine Aktualisierung wird im April erwartet.
Die Anlage Asse, die zwischen den 1960er- und 1970er-Jahren genutzt wurde, lagert schwach- und mittelradioaktive Abfälle in 13 unterirdischen Kammern. Nach Bundesrecht muss das Bergwerk wegen seiner Instabilität umgehend stillgelegt werden, weshalb die Bergung der Abfälle unverzichtbar ist. 2020 hatte die BGE vorgeschlagen, die Rückholung ab 2033 zu beginnen – die vorläufigen Kosten wurden auf über drei Milliarden Euro geschätzt.
Dieser Vorschlag war jedoch nur ein grobes Gerüst ohne detaillierte Planung in zentralen Bereichen. Viele der damaligen Annahmen wurden inzwischen überarbeitet oder gelten als überholt. Zudem ging die Projektverantwortung 2021 vom Land Niedersachsen auf das Bundesumweltministerium (BMUV) über, unterstützt durch die BGE.
Die BGE räumt nun ein, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht einzuhalten ist. Ein Ersatztermin steht nicht fest, sodass das Stilllegungsverfahren in der Schwebe bleibt. Die Behörde hat für April einen Fortschrittsbericht angekündigt, konkrete Zusagen gibt es jedoch nicht.
Die unbestimmte Verzögerung lässt die Stilllegung des Atomlagers Asse ohne klare Perspektive zurück. Die BGE muss nun die technischen, finanziellen und logistischen Herausforderungen neu bewerten, bevor mit der Bergung begonnen werden kann. Ein überarbeiteter Plan steht noch aus – ob frühere Fristen eingehalten werden können, bleibt ungewiss.