03 April 2026, 04:13

AfD zerrissen: Machtkampf zwischen USA-Befürwortern und Russland-Freunden eskaliert

Eine historische Poster-Karte von Europa während der Schlacht von Leipzig, unterteilt in Abschnitte für Europa und Frankreich, mit nummerierten Regionen und textlichen Beschriftungen von Städten, Dörfern und geografischen Merkmalen.

AfD zerrissen: Machtkampf zwischen USA-Befürwortern und Russland-Freunden eskaliert

Ein erbitterter innerparteilicher Streit reißt die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) auseinander. Die Partei, einst vor allem durch ihre EU-Skepsis geprägt, ist nun zutiefst gespalten – insbesondere in der Außenpolitik und in der Haltung gegenüber den USA und Russland. Aktuelle Konflikte haben die Gräben zwischen den Flügeln offenbart: Einige Mitglieder widersetzen sich offen den Vorgaben der Führung, andere warnen vor einer drohenden Spaltung.

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Der Streit eskalierte, nachdem AfD-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla den Abzug der US-Truppen aus Deutschland gefordert hatte. Sein Vorstoß löste umgehend Widerspruch aus, unter anderem vom Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah. Dieser argumentierte, Deutschland brauche "starke Partner" wie die USA, und warf der Partei vor, ihre radikalen Positionen hätten die politische Isolation noch verstärkt – Kooperationen mit anderen Parteien seien dadurch fast unmöglich geworden.

Mittlerweile hat sich der Konflikt zu einem Machtkampf ausgeweitet. Rüdiger Lucassen, verteidigungspolitischer Sprecher der AfD, wirft dem russlandfreundlichen Flügel um Björn Höcke vor, ihn aus seinen Positionen drängen zu wollen. Lucassens Haltung – er unterstützt westliche Bündnisse und bezeichnet Russland als größte Bedrohung für die NATO – macht ihn zum Angriffsziel. Auch der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck sah sich mit Repressalien konfrontiert: Eine von ihm verfasste Pressemitteilung, die im Iran-Konflikt die USA unterstützte, wurde von den Parteivorsitzenden Alice Weidel und Chrupalla blockiert.

Unterdessen steht die AfD-Führung in der Kritik, weil sie sich nicht klar genug von umstrittenen Figuren wie Martin Sellner distanziert. Dessen "Remigrations"-Pläne, die deutschen Staatsbürgern Rechte entziehen könnten, wurden von Gerichten als verfassungswidrig und menschenverachtend eingestuft. Der Wandel der Partei von einer EU-kritischen Kraft hin zu einer nationalistischen, teils russlandhörigen Bewegung – mit Forderungen nach NATO-Austritt, Annäherung an Moskau und Übernahme des russischen politischen Modells – hat die Spannungen weiter verschärft.

Die AfD steht nun am Scheideweg: Während ein Flügel für engere Bindungen an die USA plädiert, setzt sich der andere für eine Annäherung an Russland ein. Die juristischen Urteile gegen Akteure wie Sellner und die internen Machtkämpfe deuten darauf hin, dass die künftige Ausrichtung der Partei völlig offen ist.

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