09 May 2026, 12:13

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 81. Jahrestag der Befreiung

Titelbild der 11/1940-Ausgabe der *Deutschen Kolonial-Zeitung* mit Adolf Hitler auf dem Buch, gehalten von einer Gruppe von Menschen mit Mützen.

AfD-Politiker Tillschneider provoziert mit Rede zum 81. Jahrestag der Befreiung

Dr. Hans-Thomas Tillschneider, stellvertretender Landesvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt, hielt bei den Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus eine umstrittene Rede. Seine Äußerungen stellten die Nachkriegsgeschichtsschreibung des Landes infrage und forderten eine Neuausrichtung der nationalen Identität und Erinnerungskultur.

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Tillschneider bezeichnete in seiner Ansprache die berühmte Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker aus dem Jahr 1985 als „geistige Kapitulation“. Er argumentierte, die Deutschen hätten sich im Nachhinein mit den alliierten Siegermächten solidarisiert, um sich der eigenen Schuld nicht stellen zu müssen.

Die deutsche Erinnerungskultur nach 1945 nannte er eine „absurde Schuldkultur“, die auf einer „eingebildeten Kollektivschuld“ beruhe. Zwar räumte er die Befreiung vom NS-Regime ein, kritisierte die militärische Niederlage jedoch als „Amputation großer deutscher Kulturlandschaften“.

Der AfD-Politiker zitierte zudem Franz Josef Strauß mit der Warnung vor einer „ewigen Vergangenheitsbewältigung als dauernder Buße“. Stattdessen plädierte er für eine „normale deutsche Identität“ und behauptete, die Vision der AfD führe in eine „stolze Zukunft“ statt in geistige Isolation.

Tillschneiders Rede markiert einen deutlichen Bruch mit der etablierten deutschen Geschichtspolitik. Sein Aufruf, das nationale Gedächtnis und die Identität neu zu definieren, spiegelt den breiteren Versuch der AfD wider, die Sicht auf die deutsche Vergangenheit umzudeuten. Die Äußerungen dürften die Debatte über den Umgang Deutschlands mit seiner Geschichte im 20. Jahrhundert weiter anheizen.

Quelle