AfD mit Rekordchancen in Sachsen-Anhalt – doch die Schwäche der Volksparteien macht's möglich
Herlinde JungferAfD mit Rekordchancen in Sachsen-Anhalt – doch die Schwäche der Volksparteien macht's möglich
Die Unterstützung für die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) unterscheidet sich deutlich zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Osten könnten sich 41 Prozent der Wahlberechtigten vorstellen, die Partei zu wählen – im Westen sind es nur 24 Prozent. Gleichzeitig blicken fast die Hälfte der Deutschen der SPD weiterhin positiv entgegen, während auch die Union (CDU/CSU) über ein stabiles Unterstützungspotenzial verfügt.
Eine aktuelle Analyse des Meinungsforschers Manfred Güllner deutet darauf hin, dass eine absolute Mehrheit der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September durchaus möglich ist. Sein Argument: Dieses Ergebnis wäre weniger auf die Stärke der AfD als vielmehr auf die gegenwärtige Schwäche von CDU und SPD zurückzuführen. Das Wählerpotenzial der AfD könnte bereits ausgeschöpft sein – 20 Prozent der Wahlberechtigten planen, sie zu wählen, weitere 8 Prozent zeigen sich offen für die Idee.
Güllner ist überzeugt, dass die etablierten Parteien die gemäßigteren Wähler mobilisieren müssen, um dem Aufstieg der AfD entgegenzuwirken. Trotz des wachsenden Einflusses der Rechtspopulisten sagen rund 60 Prozent der Ostdeutschen, sie könnten sich nicht vorstellen, die AfD zu wählen. Die SPD verfügt Schätzungen zufolge über 46 Prozent der Wählerschaft als potenzielle Unterstützer, die Union auf 45 Prozent.
Die Chancen der AfD in Sachsen-Anhalt hängen von der Wahlbeteiligung und der Fähigkeit der anderen Parteien ab, ihre Anhänger zu mobilisieren. Ein Sieg der Rechtspopulisten würde die Herausforderungen unterstreichen, vor denen Deutschlands traditionelle Volksparteien stehen. Zwar verfügen SPD und Union weiterhin über breite Unterstützung, doch ihre aktuellen Schwächen eröffnen der AfD Spielraum für weitere Erfolge.
