AfD-Bürgerdialog in Lengede löst Proteste und Drohungen gegen Veranstaltungsort aus
Herlinde JungferAfD-Bürgerdialog in Lengede löst Proteste und Drohungen gegen Veranstaltungsort aus
Am 8. Mai 2023 fand im Landhaus Lengede im Landkreis Peine eine öffentliche Veranstaltung der AfD-Fraktion statt. Die Zusammenkunft war Teil der Bürgerdialog-Reihe der Partei, die regelmäßig Proteste auf sich zieht. Diesmal sorgte die Anwesenheit prominenter Gäste für Aufsehen, darunter eine Person, gegen die aktuell ermittelt wird.
Die Veranstaltung war bereits im Vorfeld auf der Website der AfD-Bundestagsfraktion angekündigt worden. Drei Abgeordnete der Partei nahmen teil, darunter Angela Rudzka, die sich derzeit um das Amt der Landrätin in Peine bewirbt. Ein weiterer Gast war Maximilian Krah, ein führender AfD-Politiker, dem Bestechlichkeit und Geldwäsche vorgeworfen werden.
Das Landhaus Lengede, der Veranstaltungsort, veröffentlichte später eine Stellungnahme, in der es seine Rolle erläuterte. Man sehe sich als "neutraler Gastgeber", der alle Gruppen unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung gleich behandelt. Das Haus betonte zudem, dass es die Ansichten seiner Kunden oder deren Gäste nicht teile.
Die Entscheidung, die AfD-Veranstaltung auszurichten, löste erhebliche Kritik aus. Das Haus berichtete von Drohungen und zahlreichen Stornierungen anderer Buchungen. Diese Reaktion folgte einem ähnlichen Protest wenige Wochen zuvor, als rund 1.200 Menschen in Melle (Niedersachsen) gegen eine AfD-Veranstaltung demonstriert hatten.
Die Veranstaltung selbst fand wie geplant statt, doch die Folgen zeigten die anhaltenden Spannungen um öffentliche Auftritte der AfD. Während das Landhaus Lengede an seiner Position als unparteiischer Veranstaltungsort festhielt, setzte die Partei ihre Bürgerdialog-Reihe trotz Widerstand fort. Der Vorfall spiegelt die größeren Debatten über politische Veranstaltungen und die Orte wider, die sie ausrichten.






