05 June 2026, 17:33

40 Jahre Junge Freiheit: Ein Jubiläum zwischen Kontroversen und Pressefreiheit

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

40 Jahre Junge Freiheit: Ein Jubiläum zwischen Kontroversen und Pressefreiheit

Die deutsche Wochenzeitung Junge Freiheit (JF) hat ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert – ein Jubiläum, das die kontroverse Geschichte des Blattes erneut in den Fokus rückt. Gründer Dieter Stein sah sich bei der Rückschau auf die wechselvolle Vergangenheit der Zeitung mit kritischen Fragen konfrontiert – selbst von seinem eigenen Social-Media-Team.

Über die Jahrzehnte hinweg war die JF mit Protesten, Angriffen auf ihre Redaktionsräume und sogar Vorwürfen wegen mutmaßlicher Verbindungen zur extremen Rechten konfrontiert – alles Vorhaltungen, die Stein stets zurückgewiesen hat. Stein gründete die JF 1986 im Alter von nur 18 Jahren mit einer bescheidenen Startauflage von 400 Exemplaren. In den Anfangstagen mussten die Mitwirkenden gemeinsam die Druckkosten aufbringen. Später verlegte das Blatt seinen Sitz von Freiburg nach Berlin, noch vor dem Umzug der Regierung in die wiedervereinte Hauptstadt.

Bis 1993 hatte sich der Widerstand gegen die JF massiv zugespitzt. Rund 2.000 Demonstranten protestierten gegen die Zeitung, es folgten Angriffe auf die Druckerei und Fahrzeuge des Verlags. Zwei Jahre später wurde Steins Auto vor dem Redaktionsgebäude in Brand gesteckt.

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Auch über die Finanzierung der Zeitung ranken sich seit Langem Gerüchte. Stein wies wiederholt Spekulationen zurück, die JF erhalte finanzielle Unterstützung von der rechtspopulistischen AfD. Einige Leser fürchteten sogar, allein wegen des Konsums der Zeitung überwacht zu werden.

Ein Wendepunkt ereignete sich 2005, als das Bundesverfassungsgericht urteilte, dass Beobachtungsberichte der Verfassungsschutzbehörden über die JF grundrechtlich bedenklich sein könnten. Stein berief sich seither wiederholt auf dieses Urteil als entscheidend für die Verteidigung der Pressefreiheit. Zudem tritt er nach wie vor als überzeugter Verfechter der nationalen Verteidigung auf – etwa für die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Krisenzeiten.

Mit dem Eintritt in das fünfte Jahrzehnt ihrer Existenz sieht sich die JF weiterhin mit Kritik konfrontiert, während Stein an der redaktionellen Linie des Blattes festhält. Das Jubiläum hat die Debatten über ihre Rolle in der deutschen Medienlandschaft neu entfacht – von juristischen Auseinandersetzungen bis hin zu Sicherheitsbedenken. Die Geschichte der Zeitung bleibt ein polarisierendes Thema in politischen und journalistischen Kreisen.

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